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UB Umfrage E-Bike Pedelec Zukunft Teaser ElektroBIKE

Die Zukunft des E-Bikes: Umfrageergebnis plus Expertenstimmen

User sicher: Bald gibt es genauso viele Pedelecs wie normale Fährräder. So haben Sie abgestimmt!

"Das Fahrrad: Ein Kandidat fürs Museum?" Darüber haben Sie in den vergangenen Wochen auf ElektroBIKE abstimmen können. Wir wollten von Ihnen wissen, ob E-Bikes und Pedelecs die normalen Räder verdränden. Das Ergebnis: überraschend!

UB Umfrage Zukunft E-Bike
ElektroBIKE
E-Bikes und Pedelcs sind stark am kommen. Wie groß der Marktanteil in Zukunft sein wird ist noch ungewiss.

Sie haben abgestimmt! Wir haben Sie über mehr als vier Wochen in die Kristall-Kugel blicken lassen und wollten von Ihnen wissen, ob E-Bikes und Pedelecs die normalen Fahrräder ablösen werden. 421 Personen haben an der Abstimmung teilgenommen - ein gutes Ergebnis. Und ein überraschendes.

Die genaue Frage lautete: Wird es in 20 Jahren noch Fahrräder ohne Elektro-Unterstützung geben?

Das Ergebnis der Umfrage im Überblick:

  • 13,37 Prozent: Nein! E-Bikes und Pedelecs lösen im Alltag das normale Fahrrad ab. Das Fahrrad ohne Motor wird so wie die Pferdekutsche zum Liebhaberstück oder reinen Sportgerät (Rennräder und Mountainbikes).
  • 70,17 Prozent: In ein paar Jahren wird sich auf den Straßen ein Gleichgewicht zwischen hekömmlichen Rädern und E-Bikes einstellen.
  • 16,47 Prozent: Ja! Der E-Bike-Boom hält vielleicht noch ein wenig an. Aber in 5 Jahren spricht keiner mehr von dieser Modeerscheinung.

Über 70 Prozent der teilnehmenden User glauben, dass sich ein Gleichgewicht auf dem Radmarkt zwischen E-Bikes/Pedelecs und herkömmlichen Fahrrädern ohne Motorantrieb einstellen wird. So optimistisch ist noch nicht mal der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Geschäftsführer Siegfried Neuberger sagt zu UrbanBIKING: "Mittel- bis langfristig könnte nach unserer Auffassung der Anteil der Pedelecs 10 bis 15 Prozent am gesamten Markt ausmachen."

Interessant: Wir hattten Sie auch gefragt, was für ein Rad Sie zur Zeit fahren. Zumindest bei unseren Usern haben E-Bikes und Pedelecs den vom ZIV prognostizierten Marktanteil schon erreicht. So waren die Radtypen unter den Umfrageteilnehmern verteilt (Mehrfachnennungen waren möglich):

  • 15,24 Prozent: Ein E-Bike/Pedelec
  • 32,38 Prozent: Ein Rennrad
  • 62,86 Prozent: Ein Mountainbike
  • 33,10 Prozent: Ein Trekkingrad
  • 21,67 Prozent: Ein City-Rad
  • 12,62 Prozent: Sonstiges

Sicher, die Ergebnisse unserer Umfrage sind nicht repräsentativ, aber sie geben eine eindeutige Richtung vor. Der E-Bike- und Pedelec-Markt wächt und bekommt immer mehr Fans. Zum Beispiel auch Markus Wasmeier, Doppel-Olympiasieger von 1994 in Lillehammer (Super G und Riesenslalom). Er sagt: "Das Thema E-Bike wird ganz groß rauskommen. Elektrobikes erschließen ganz neue Möglichkeiten, gerade auch für ältere Generationen."

ElektroBIKE hat Rad-Insider zum Thema Zukunft von Pedelecs und E-Bikes befragt. So sagt zum Beispiel Mike Kluge, Cross-Weltmeister von 1992: "Ich werde Pedelecs nicht immer fahren, aber ich werde dadurch öfter meinen PKW stehen lassen. Die Umwelt schonen und mich dabei fit halten, das sind schlagkräftige Argumente dafür, dass diese Bikes eine gute Chancen haben, ein gängiges Fortbewegungsmittel der Zukunft zu werden."

Ex-Rennrad-Profi Jörg Ludewig ergänzt: "Toll finde ich auch, daß Hobbysportler mit dem Rennrad fahrend Ihre Partnerinnen beim Training mitnehmen können, das ist wirklich klasse. Die neuen Bikes sehen toll aus, richtig cool und modisch."

Rainer Jeske, Chef der E-Bike-Sparte von Bosch geht sogar noch einen Schritt weiter. Er sagt: "Wenn man mal ganz weit denkt, dann wird E-Bike schlussendlich Fahrrad heißen."

Was Kluge, Ludewig, Neuberger, Jeske und BDR-Vizepräsident Dr. Manfred Schwarz noch über die Zukunft von E-Bikes und Pedelecs sagen, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

ZIV-Chef Siegfried Neuberger sieht Pedelec-Marktanteil bei 10 bis 15 Prozent

ElektroBIKE hat Siegfried Neuberger, Geschäftsfüher des ZIV über die Zukunft von E-Bikes und Pedelecs befragt. Lesen Sie hier seine Antwort im Detail:

"Das Pedelec ist eine neue, zusätzliche Form der Fahrradmobilität, und kann helfen, dass noch mehr Radfahrer unterwegs sind.

Bisher dem Fahrrad weniger zugeneigte Menschen, entdecken z.B. das dass Pedelec eine echte Alternative für das Auto und die Fahrt ins Büro sein kann.

Man kommt z.B. trotz Anzug schnell, umweltschonend, gesund und nicht verschwitzt ins Büro – und das alles für wenige Cent.

Egal ob mit Pedelec oder konventionellem Fahrrad, wer einmal auf dem Sattel sitzt, und das mit Spaß, der radelt weiter. Im Jahr 2010 wurden ca. 200.000 Pedelecs in den deutschen Markt angeliefert wurden, was einen Anteil von 4-5 Prozent entspricht. Mittel- bis langfristig könnte nach unserer Auffassung der Anteil der Pedelecs 10 bis 15 Prozent am gesamten Markt ausmachen."

Neuberger bezieht sich in seinem Statement auf die Verkaufszahlen, die der ZIV Ende März in Berlin veröffentlicht hat. Die Ergebnisse sehen Sie hier noch einmal im Überblick:

UB ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger
Zweirad-Industrie-Verband e.V.
Sigfried Neuberger glaubt, dass E-Bikes einen Marktanteil von 15 Prozent erreichen werden.

Der E-Bike/Pedelec-Boom in Zahlen

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Cross-Weltmeiser Mike Kluge mag Pedelecs: "Ich werde mein Auto öfter stehen lassen."

ElektroBIKE hat Ex-Cross-Weltmeister Mike Kluge gefragt, wie er die Zukunft von E-Bikes und Pedelecs beurteilt. Seine Antwort: überraschend. Auch der Ex-Profi dreht immer mal wieder eine Runde auf dem Pedelec. Lesen Sie hier seine komplette Antwort:

"Seit 12 Jahren ist meine aktive Zeit als Profi vorbei. Zu dieser Zeit war es normal, jeden Tag zu trainieren. Jeden Tag vier bis sieben Stunden aktive körperliche, aber auch emotional herausfordernde Tätigkeit. Ein anstrengender und zeitintensiver Ganztagsjob, mit einer 7-Tage-Woche. Nur so ist und war es möglich, diese hohen Geschwindigkeiten auf dem Rad aus eigener Kraft zu fahren. Hoher Input für einen mit Glück und Fleiß hohen Output.

Heute sitze ich ohne diesen Zwang auf dem Rad, natürlich deutlich weniger bzw. weniger intensiv als zu meiner aktiven Zeit. Und doch habe ich wieder die Möglichkeit ähnliche Geschwindigkeiten zu fahren. Super! Mittlerweile bin ich selbst auch ab und zu ein Pedelec gefahren und hatte dabei einen Riesen-Spass. Man darf dabei aber nicht unterschätzen, dass man trotzdem und auch gerade für das gewöhnliche Radfahren ungewohnte Bereiche seine Muskulatur beansprucht und somit auch trainieren kann. Es ist mir aufgefallen, als ich nach einer harmlosen Pedelec-Tour am nächsten Tag meine Beinmuskulatur gespürt habe. Ein recht geeignetes Extra zum sonstigen Training, das sicher seine Berechtigung auch bei/für REHA- Maßnahmen hat.

Ich werde diese nicht immer fahren, aber ich werde dadurch öfter mein Auto stehen lassen. Die Umwelt schonen und mich dabei fit halten sind schlagkräftige Argumente dafür, dass diese Bikes eine gute Chancen haben, ein gängiges Fortbewegungsmittel der Zukunft zu werden. Speziell dann, wenn die Benzinpreise so hoch sind wie jetzt."

UB Mike Kluge
Mike Kluge
Mike Kluge blickt in die Sonne. Im Hintergrund gewinnt ein Windrad Energie.

In unserem Schwestermagazin RoadBIKE gibt Mike Kluge Fahrtechnik-Tipps. Ein wichtiges Kapitel auch für Pedelec-Fahrer ist "der runde Tritt". Hier erklärt Kluge, worauf es ankommt:

So trainieren Sie den runden Tritt

RB Fahrtechnik runder Tritt
RB Fahrtechnik runder Tritt RB Fahrtechnik runder Tritt RB Fahrtechnik runder Tritt RB Fahrtechnik runder Tritt 6 Bilder

BDR-Vizepräsident Dr. Manfred Schwarz: "Elektroräder verdrängen das klassische Rad nicht"

ElektroBIKE hat beim BDR angefragt, wie man die Entwicklung auf dem E-Bike- und Pedelec-Markt beurteilt. Vize-Präsident Dr. Mandred Schwarz sieht keine Gefahr für den klassischen Radsport. Hier seine Einschätzung Wort für Wort:

"Das Elektrorad erfreut sich zunehmender Beliebtheit; die Verkaufszahlen steigen. Das E-Bike könnte sich zum Beispiel nicht zuletzt bei älteren Bürgern noch erheblich mehr durchsetzen, deren Zahl sich ständig erhöht.

Das Elektrorad wird allerdings das klassische Rad nicht verdrängen – und schon gar nicht das herkömmliche Rennrad. Der klassische Radsport wird von dieser technischen Entwicklung bisher nicht tangiert.

Freilich konnte sich das E-Biking in zunehmendem Umfang als Alternative zum individuellen Autofahren oder zu Öffentlichen Verkehrsmitteln entwickeln.

Auch der Bund Deutscher Radfahrer wird die Entwicklungen in diesem Sektor sorgfältig beobachten."

UB BDR Vize-Präsident Manfred Schwarz
BDR-Medienservice
BDR-Vizepräsident Manfred Schwarz

Ex-Rennradprofi Jörg Ludewig: "Ich bin ein großer Fan von E-Bikes und Pedelcs"

Jörg Ludewig, ehemaliger Rennrad-Profi unter anderem bei Teams wie Saeco und Gerolsteiner, arbeitet zur Zeit für Laufrad-Hersteller Lightweight (Highend-Carbonlaufräder). Ludewig glaubt, dass E-Bikes und Pedelecs keinen Einfluss auf den Rennsport haben, aber den Radmarkt im Allgemeinen verändern werden:

"Das hoffe ich doch stark, dass das normale Fahrrad überlebt, obwohl auch ich ein grosser Fan dieser neuen Gattung geworden bin. Klar ist: es ist eine tolle Alternative zu vielen Verkehrsmitteln, belebt den Fahrradmarkt ungemein, bringt viele Menschen zum Radfahren, die aus gesundheitlichen Gründen ansonsten gar nicht mehr aktiv am bewegten Leben teilhaben könnten – Radrennen werden aber auch in Zukunft zum Glück auf klassischen Bikes entschieden, dafür sorgt schon allein die UCI mit ihren oftmals fragwürdigen Regeln und Entscheidungen.

Toll finde ich auch, daß Hobbysportler mit dem Rennrad fahrend Ihre Partnerinnen beim Training mitnehmen können, das ist wirklich klasse. Die neuen Bikes sehen toll aus, richtig cool und modisch. Sobald der Batteriepreis in sozialverträgliche Regionen gesunken ist, wird das Elektrobike auch den quantitativen Bikemarkt erobern."

UB Jörg Ludewig
Jörg Ludewig
Ex-Rennrad-Profi Jörg Ludewig attestiert E-Bikes und Pedelecs eine rosige Zukunft.

Bosch E-Bike-Boss Rainer Jeske: "Vielleicht heißt das E-Bike irgendwann Fahrrad"

Rainer Jeske, Bereichsleiter E-Bike bei Bosch, war früher im gleichen Unternehmen auch im Bereich Trendscouting aktiv. Sein Zukunftsgedanke: Wenn man über Fahrräder spricht, spricht man von E-Bikes.

Jeske sagt: „Ich denke da in zwei Richtungen. Zum einen sehe ich Synergien zwischen dem Auto und dem E-Bike. Es wird so sein, dass ich mit meinem Auto in die Stadt hineinfahre. Entweder liegt im Kofferraum mein eigenes Falt-E-Bike oder ich lease eines vor Ort. Mobilität wird in Zukunft anders aussehen. Und das E-Bike wird eine besondere Rolle darin spielen. Zum anderen wird das E-Bike, so wie es jetzt aktuell ist, sich verändern. Das E-Bike wird zur Fahrzeugklasse werden. Wenn man mal ganz weit denkt, dann wird E-Bike schlussendlich Fahrrad heißen. Fahrrad ist gleich E-Bike.“

UB Video: Bosch und die E-Bikes - 15 Fragen an Rainer Jeske von Bosch
Jens Vögele
E-Bike-Boss bei Bosch: Rainer Jekse.

Video-Interview über Mobilität, E-Bikes und Facebook

UB Video Bosch und die E-Bikes - 15 Fragen an Rainer Jeske von Bosch
UB Video Bosch und die E-Bikes - 15 Fragen an Rainer Jeske von Bosch

Unser Magazin ElektroBIKE führte ein langes Interview über die Zukunft der Mobilität mit Rainer Jeske. Im folgenden Video können Sie sich die Höhepunkte des Gesprächs ansehen. Das komplette Interview lesen Sie in ElektroBIKE, unserem Magazin rund um E-Bikes und Pedelec, das Sie weiter unten online bestellen können.

Hier können Sie das Magazin ElektroBIKE 1/2013 direkt online bestellen

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