Bundestagswahl 2017: Welche Rolle spielt das Fahrrad in den Wahlprogrammen?

"Fuß und Fahrrad vor!" - nicht bei allen Parteien

Video: LoboStudioHamburg / pixabay
Deutschland wählt am 24. September 2017. Doch wie stehen die einzelnen Parteien eigentlich zum Thema Fahrrad? ElektroBIKE hat die Wahlprogramme von CDU, SPD, Die Linke, Die Grünen, FDP und AFD nach dem Wort Fahrrad gescannt. Mit unterschiedlichen Ergebnissen. Auch überraschenden.

Wer die Wahl hat fährt heute lieber mit dem Fahrrad oder dem E-Bike in die Stadt, als mit dem Auto. Gerade die Mobilität im urbanen Umfeld befindet sich Wandel. Die Automobil-Industrie hat sich durch die aktuellen Skandale in die Krise manövriert. Fahrräder und E-Bikes sind so beliebt wie nie.

Doch wie reagieren die Parteien auf den Bike-Boom? Welchen Stellenwert haben Fahrräder und E-Bikes in den Wahlprogrammen. ElektroBIKE hat die Wahlprogramm von CDU, SPD, Die Line, Die Grünen, FDP und AFD untersucht, in welchem Zusammenhang das Wort Fahrrad auftaucht.

Zwei Parteien haben den Fahrrad-Trend komplett verschlafen. Bei FDP und AFD taucht das Wort in den Programmen nicht auf.

Hier finden Sie die Ergebnisse im Detail.

Foto: LoboStudioHamburg / pixabay Berlin Bundestag

CDU: Fahrrad-Mobilität fördern

"Wir erwarten von den betroffenen Städten, dass sie auch die Fahrrad-Mobilität fördern, ähnlich wie dies in den Niederlanden oder in der Stadt Münster der Fall ist. Gerade junge Menschen sind häufig bereit, auf Fahrräder umzusteigen. Der Bund wird den Fahrradverkehr und den Radwegebau weiter fördern. Wir starten ein Programm zur Förderung von Radschnellwegen, die unabhängig von vorhandenen Bundesstraßen verlaufen."

SPD: Verbesserung der Radinfrastruktur

"Die Infrastruktur für den Fahrradverkehr wollen wir verbessern. Dazu gehören mehr innerörtliche Fahrradspuren, sichere Abstellmöglichkeiten und regionale Radschnellwege. Für E-Bikes müssen außerdem mehr Ladestationen unter anderem an öffentlichen Gebäuden zur Verfügung gestellt werden."

Die Linke: Fuß und Fahrrad vor!

Fuß und Fahrrad vor! Wir wollen Radfahren und Zufußgehen im Alltag attraktiver und sicherer machen: Mehr Platz auf den Straßen, mehr sichere und intakte Rad- und Fußwege und mehr Fahrradabstellanlagen sind nötig. In den Städten und Ballungsgebieten müssen Radschnellwege mit grüner Welle geschaffen werden. Dafür muss der Bund ausreichend zweckgebundene Mittel für die Kommunen bereitstellen. Wir wollen die Straßenverkehrsordnung fahrradfreundlicher gestalten. […]

Wir wollen die Innenstädte vom Lieferverkehr entlasten. Die Anschaffung von E-Lastenfahrrädern soll ebenso gefördert werden wie Kombibusse, die auch Pakete transportieren.

Die Grünen: Radschnellwege und hochwertige Radfernwege

Immer mehr Menschen nutzen das Rad, weil es schnell, preiswert und bequem ist. Wir wollen die Infrastruktur für Fahrräder deutlich verbessern. Der Bund muss dabei mehr Verantwortung übernehmen. Gemeinsam mit Ländern und Kommunen bauen wir Radschnellwege und ein bundesweites Netz von hochwertigen Radfernwegen. Wir wollen die Fahrradmitnahme in allen Zügen durchsetzen.

Wir werden Kaufanreize für elektrisch unterstützte Lastenräder einführen, denn sie haben im Lieferverkehr großes Potenzial. In der Straßenverkehrsordnung schaffen wir fahrradfreundliche Regeln wie zum Beispiel den „Grünpfeil“ für Radfahrerinnen und Radfahrer.

FDP: nichts

Das Wort Fahrrad taucht im Wahlprogramm der FDP nicht auf.

AFD: nichts

Das Wort Fahrrad taucht im Wahlprogramm der FDP nicht auf.

18.08.2017
Autor: Björn Gerteis
© ElektroBIKE online