ZIV: E-Bike-Markt wächst im Rekordtempo

Foto: Riese & Müller Riese und Müller Supercharger
Das E-Bike ist Wachstumsgarant und Innovationstreiber der Fahrradbranche. Das bestätigte der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) bei der Präsentation seiner Marktzahlen für 2017.

Das erste Halbjahr 2018 lief gut für die Fahrradbranche: Händler und Hersteller haben vor allem im zweiten Quartal aufgrund des guten Wetters viele E-Bikes abgesetzt. Aber auch ein verbesserter Diebstahlschutz und mehr Vernetzung sind Treiber des Trends hin zum E-Bike.

Für das Gesamtjahr 2018 rechnet der ZIV mit 800.000 bis 900.000 verkauften E-Bikes.

Nochmaliges Wachstum gegenüber 2017

Im Jahr 2017 wurden laut ZIV 720.000 E-Bikes verkauft. Das ist ein Plus von 19% gegenüber dem Vorjahr. Damit konnten Pedelecs ihren Marktanteil am Gesamtfahrradmarkt auf aktuell 19% deutlich steigern. Mittelfristig rechnet der ZIV inzwischen mit einem jährlichen Anteil des E-Bikes am Gesamtfahrradmarkt von 23-25%, langfristig sogar mit bis zu 35%.

„Das E-Bike ist der Treiber der Branche. Hier wurden die positiven Prognosen für das letzte Jahr sogar noch einmal deutlich übertroffen. Auch für die Zukunft sind wir zuversichtlich, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird,“ bestätigte Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des ZIV.

Laut ZIV sind etwa 99% aller verkauften E-Bikes nach wie vor E-Bikes 25, also Pedelecs mit einer Maximalgeschwindigkeit bis zu 25 km/h und einer Nenndauerleistung des Motors bis max. 250 Watt. Rund 1% aller Verkäufe sind E-Bikes 45, also schnelle S-Pedelecs. Diese sind versicherungspflichtig und es gibt eine Helmpflicht. Auch in Europa sind E-Bikes „Made in Germany“ weiterhin stark nachgefragt. Beim Export konnte ein Plus von 25% auf 291.000 Fahrzeuge verzeichnet werden.

Der Anteil der Modellgruppen innerhalb der Kategorie E-Bike (nach Absatz) zeigt sich wie folgt: E-City-/Urban 38,5%, E-Trekking 35,5%, E-MTB 21,5%, E-Lastenräder 3%, schnelle E-Bikes 1% sowie Sonstige mit 0,5%. Stark wachsen konnte hier die Modellgruppe E-MTB. Leicht rückläufig ist die Kategorie Sonstige. Signifikant gefallen sind die Verkäufe bei den E-Cityrädern. Dies zeigt deutlich eine erneute Verjüngung der E-Bike-Zielgruppe

Verantwortlich für das weiterhin rasante Wachstum im E-Bike-Markt sind u.a. die große Modellvielfalt in allen Produktkategorien, herausragendes Design, innovative Weiterentwicklung in der Antriebs- und Batterietechnologie (Stichwort: Integration) sowie interessante, neue Geschäftsmodelle rund um das E-Bike (z.B. Leasing, Cargo oder Bikesharing).

Weiterhin großes Potential sieht der ZIV bei der Nutzung des E-Bikes für den täglichen Weg zur Arbeit. Da Fahrräder und E-Bikes gesetzlich dem Dienstwagen gleichgestellt sind, können Unternehmen ihren Mitarbeitern das Fahrzeugleasing zu sehr attraktiven Konditionen realisieren.

Und nicht zuletzt sieht man vermehrt E-Lastenräder innerhalb der Flotten großer Logistikdienstleister. Damit sorgt das E-Cargobike bereits heute für Entlastung in den durch gewerblichen Lieferverkehr chronisch verstopften Städten.

Gesamter Fahrradmarkt: Steigerung beim Umsatz

Der Umsatz an Fahrrädern & E-Bikes konnte laut ZIV 2017 auf 2,69 Mrd. Euro gesteigert werden. Dies ist ein Plus von rund 3,2%. Auch der Komponenten- und Zubehörbereich bewegt sich auf diesem Niveau, so dass sich daraus ein geschätzter Gesamtumsatz der deutschen Fahrrad-, E-Bike-, Komponenten- und Zubehörindustrie von ca. 5,4 Mrd. Euro ergibt.

Der Absatz an Fahrrädern und E-Bikes lag 2017 mit 3,85 Mio. Einheiten 5% unter Vorjahr. Verantwortlich für die erneute Steigerung des Umsatzes ist der gestiegene durchschnittliche Verkaufspreis pro Fahrrad (inkl. E-Bikes). Dieser lag in 2017 bei € 698,- über alle Vertriebskanäle und damit um 8,6% höher als in 2016.

Generell setzt sich der Trend zum Kauf von Produkten mit hochwertiger Ausstattung fort. Dies führt allerdings auch dazu, dass Fahrräder im Einstiegsbereich weniger nachgefragt werden. Der Konsument entscheidet sich vermehrt für Produkte, die, aufgrund ihrer hohen Qualität, eine verlängerte Nutzungsdauer versprechen. Dies gilt sowohl für Fahrräder als auch für E-Bikes.

Die spannendsten E-Bike-Neuheiten

Im Jahr 2016 hat die Fahrradbranche 605.000 E-Bikes und Pedelecs verkauft. Das ist ein Plus von 13 Prozent. Damit steigt der Marktanteil von E-Bikes an den Verkäufen auf 15 Prozent. Die Anzahl an E-Bikes auf deutschen Straßen hat sich demnach auf geschätzte drei Millionen Fahrzeuge erhöht.
Mittelfristig könnten die Elektrofahrräder auf einen jährlichen Anteil an den Gesamtfahrradverkäufen von 18 bis 20 Prozent kommen. Langfristig sei sogar mit einem Marktanteil von 30 Prozent zu rechnen, so der ZIV.

Etwa 99 Prozent aller verkauften Stromräder sind E-Bikes 25, also Fahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit bis zu 25 km/h und einer Nenndauerleistung des Motors bis maximal 250 Watt. Das restliche Prozent umfasst alle Verkäufe von E-Bikes 45, also schnellen E-Bikes. Diese sind versicherungspflichtig und es gibt eine Helmpflicht.

Ein Grund für den Boom: Die Zielgruppen werden jünger und sportlicher und gerade das E-Mountainbike erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Aber auch immer mehr E-Lastenräder fahren auf Deutschlands Straßen. Diese spielen vermehrt eine wichtige Rolle in der Logistik von Waren und Gütern.

E-Bikes „Made in Germany“ sind darüber hinaus Exportschlager: Beim Export konnte nach Menge ein Plus von 66 Prozent verzeichnet werden, was 233.000 Fahrzeugen entspricht.

14.03.2018
Autor: Holger Schwarz / PM ZIV
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