So hält der Akku von E-Auto und E-Bike im Winter länger durch

Foto: Björn Gerteis Bosch E-Bike-Akku 500 Wattstunden
Im Winter geht mit den Temperaturen auch die Reichweite von Elektroautos und Pedelecs in den Keller. So holen Fahrer elektrisch getriebener Fahrzeuge ein Optimum an Reichweite heraus.

Von schwächelnden Batterien können viele Autofahrer ein Lied singen, deren Fahrzeug nach kalter Nacht den Dienst versagt. „Bei Kälte erhöht sich der elektrische Widerstand einer Batterie, so dass sie weniger Energie liefern kann als bei normalen Temperaturen. Darum stellten früher manche Autofahrer bei Eiseskälte eine ältere Batterie über Nacht in den warmen Keller, um dieses Problem zu umgehen und morgens zuverlässig starten zu können“, erklärt Andreas Richter aus dem DEKRA Competence Center Elektromobilität.

Die heimische Wärme können sich auch die Fahrer von Elektroautos oder Pedelecs zunutze machen, da auch bei modernen Batteriesystemen derselbe Effekt wirksam ist: Mit sinkender Temperatur steigt der elektrische Innenwiderstand und verringert die gewohnte Reichweite der Fahrzeuge. Mit temperierter Batterie lässt sich sowohl beim Elektroauto als auch beim Pedelec eine höhere Reichweite erzielen.

Mehr Reichweite fürs Pedelec

Auch Pedelec-Fahrer müssen sich im Winter auf eine geringere Reichweite ihres Zweirades einstellen. Um ein Optimum an Kilometern aus dem E-Bike herauszukitzeln, sollte man mit dem Akku erst kurz vor dem Start in die Kälte gehen.
Untersuchungen von DEKRA haben gezeigt, dass eine Thermoschutzhülle die Wärme länger im Akku halten und damit die Reichweite steigern kann. Wird die Energie auf einer Tour knapp, bleibt meist nur, sich vorübergehend mit der energiesparenden Eco-Fahrstufe zu begnügen, um die Reichweite zu erhöhen.

An der Steckdose vorheizen

Der größte Stromfresser eines Elektroautos nach dem Antrieb ist die Heizung. Wer die Reichweite im Winter optimieren will, sollte das Fahrzeug in der warmen Garage parken oder vor dem Start an der Ladesäule mit Strom aus der Steckdose vorheizen. Manche Elektroautos bieten auch die Option, nur die genutzten Teilbereiche des Innenraums zu heizen. Auch das spart Energie und kommt der Reichweite zugute.

Bei Stopps sollte darauf geachtet werden, dass die Türen beim Halten nicht unnötig lange offen stehen, damit der Innenraum beim Weiterfahren nicht wieder komplett aufgeheizt werden muss. Um die Reichweite zu verbessern, kann das Fahrzeug auch einfach in einer warmen Tiefgarage geparkt und unter Umständen ein Zwischenstopp zum Nachladen genutzt werden.

Kleine Verbraucher, wenig Auswirkungen

Kleine Verbraucher – wie Licht, Audioanlage oder eine Sitzheizung – wirken sich dagegen nicht wesentlich auf die Reichweite aus. Im Übrigen warnt DEKRA vor falscher Sparsamkeit. Selbst ein knapper Energievorrat dürfe kein Grund sein, an der Sicherheit zu sparen.Wer bei schlechter Sicht, Dämmerung oder Dunkelheit das Licht zu spät einschaltet oder bei beschlagenen Scheiben auf die Lüftung verzichtet, bringt sich und andere unnötig in Gefahr.

So hält der Akku im Elektro-Auto länger durch:

  • Elektroauto im Winter in der Garage parken
  • Alternativ für optimale Reichweite: Fahrzeug mit Energie aus der Steckdose vorheizen
  • Wenn möglich, nur den genutzten Bereich des Fahrzeuges heizen
  • Unterwegs die Möglichkeiten zum Nachladen nutzen
  • Gleichmäßige Fahrweise kommt der Reichweite zugute
  • Bei Stopps Türen nicht unnötig lange offen stehen lassen
  • Aber: Niemals an der Sicherheit sparen!
  • Elektroauto in der Garage parken oder vorheizen
  • Der größte Reichweitenfresser: Die Heizung
  • Pedelec-Akku im Warmen laden
19.01.2018
Autor: Dörte Neitzel
© ElektroBIKE online