Schweden hat erste Strom-Ladestraße für Elektroautos

Foto: eroadarlanda.com/Joakim Kröger
In Schweden können Elektroautos jetzt während der Fahrt über die erste Strom-Ladestraße der Welt betankt werden. Sie ist zwei Kilometer lang und liegt nahe Stockholm.

Die zwei Kilometer lange Straße funktioniert folgendermaßen: In ihr ist eine Schiene vertieft in den Asphalt eingelassen. Mithilfe eines beweglichen Arms an der Unterseite der Elektroautos können sich diese Strom zapfen. Der Stromabnehmer verbindet sich mit der Schiene, wodurch der Akku während der Fahrt auflädt. Die Batterien sollen dadurch auch wesentlich kleiner und damit billiger werden können.

Zwei Kilometer lange Versuchsstrecke

Wenn das Elektroauto einen anderen Wagen überholt oder aus anderen Gründen die Spur verlässt, wird der Stromabnehmer automatisch eingefahren.

Bislang ist die Strom-Ladestraße ein Modellversuch. Die Strecke ist etwa zwei Kilometer lang und führt vom Logistikzentrum Rosersberg zum Flughafen Arlanda. Als erstes befährt die Strecke das Logistikunternehmen Postnord mit einem umgerüsteten Lkw. Die Stromstraße ist unterteilt in Abschnitte von 50 Metern, die nur mit Strom versorgt werden, wenn sich ein Fahrzeug auf dem entsprechenden Fahrbahnbereich befindet.

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Eine Schiene in der Straße dient als Stromspender für E-Autos.

5.000 Kilometer Ausbau geplant

Hinter dem Projekt steht das Konsortium eRoadArlanda. Dessen Pläne für das Stromstraßen-System sind ambitioniert: eRoadArlanda-Geschäftsführer Hans Söll will die 20.000 Kilometer Autobahn in dem Land im Norden Europas zur Gänze mit dem Energieladesystem aufrüsten. "Das reicht aus", so Söll gegenüber dem britischen Guardian, "denn in Schweden muss niemand weiter als 45 Kilometer zurücklegen, um auf eine Autobahn zu gelangen, auf der er dann sein Auto mit frischem Strom aufladen kann".

Söll ist gar überzeugt, dass bereits 5.000 umgebaute Autobahnkilometer ausreichen würden, um eine funktionierende Stromversorgung zum Aufladen der Autobatterien im gesamten Straßennetz Schwedens zu ermöglichen. Das mache das System vergleichsweise günstig, auch wenn jeder adaptierte Kilometer gut eine Million Euro verschlingen wird. Dies sei immer noch um ein Vielfaches günstiger als ein vergleichbarer Ausbau einer Straßenbahnlinie in der Großstadt.

Nach Angaben von eRoadArlanda ist das System sehr sicher, denn an der Oberfläche der Schiene fließt kein Strom. Dieser befindet sich in der Rille zwischen der Schiene in etwa fünf bis sechs Zentimetern Tiefe. Selbst wenn man die Straße mit Salzwasser flute, würde die Spannung an der Oberfläche nur ein Volt betragen. Man könne barfuß darüber laufen.

17.04.2018
© ElektroBIKE online