Rohstoff-Engpässe wegen Elektromobilität?

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Wissenschaftler haben untersucht, ob im Zeitalter der Elektromobilität alle Rohstoffe für Akkus ausreichend zur Verfügung stehen.

EU-Energiekommissar Maros Sefcovic geht davon aus, dass bis Mitte des nächsten Jahrzehnts der Markt für wiederaufladbare Batterien auf 250 Milliarden Euro ansteigen könnte.

Kurzfristig keine Lieferengpässe

Noch fahren weltweit nur knapp ein Prozent der Kraftfahrzeuge elektrisch. Doch bereits dieser Anteil nutzt etwa die Hälfte aller vorhandenen Lithium-Ionen-Akkus. Kann also der künftige Bedarf durch die Elektromobilität überhaupt gedeckt werden? US-Forscher des MIT in Massachusetts, haben sich die nötigen Rohstoffe zur Herstellung der Lithium-Akkus angeschaut und mögliche Engpässe ausgelotet. Ihr Fazit: Für die nahe Zukunft geben sie Entwarnung, denn alle Rohstoffe seien in ausreichender Menge vorhanden, berichten sie in der Fachzeitschrift Joule.

Untersucht hatten die Forscher fünf Elemente, bei denen sie den Verdacht hatten, dass die Vorräte in absehbarer Zeit knapp werden könnten. Grundstoffe wie Aluminium, Kupfer und einige Polymere sollten in großen Mengen auf den Weltmärkten verfügbar sein, so die Studie. Auch für Mangan und Nickel sehen die Amerikaner keine Engpässe. Nur bei zwei Metallen könnte es durch den rasant steigenden Bedarf mittelfristig Engpässe geben: Lithium und Kobalt.

Lithium aus Salzsolen

Allerdings scheint die Versorgung mit Lithium den Autoren der Studie zufolge kein Risiko zu sein, den es wird sowohl aus Minen, aber auch aus Salzsolen gewonnen. Somit drohe auch hier kein kritischer Mangel.

Anders sehe es jedoch beim Kobalt aus: Der Löwenanteil des Welt-Kobaltbedarfs wird durch Bergwerke im Kongo gedeckt. Das Land ist ein Krisenherd bekannt und das macht Investitionen unberechenbar. Dem könnten neue Entwicklungen bei Akkus entgegenwirken, die auf Kobalt als Rohstoff verzichten.

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Autor: Redaktion ElektroBIKE
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