Rekordverkäufe: Trend zum E-Bike weiterhin ungebrochen

Foto: Christian Lampe 27 E-Bikes im Labor- und Praxistest
Im ersten Halbjahr haben Händler und Hersteller erneut mehr E-Bikes verkauft als im Vorjahr. Der Grund dafür ist eigentlich fast schon banal.

Ein erneuter Rekord ist in Sicht: Im ersten Halbjahr 2018 verkauften Händler und Hersteller rekordverdächtig viele E-Bikes. Das hat der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) bekannt gegeben.

Gutes Wetter = viele Käufer

Im ersten Quartal 2018 trübte nur der kühle März die Kaufstimmung der Konsumenten. Im zweiten Quartal waren die durchweg hervorragenden Witterungsverhältnisse Garant für beständig gute Absatzzahlen, sodass die Branche sehr zufrieden mit den Verkäufen zum Saisonstart war. Dies lässt den ZIV zuversichtlich auf ein erfolgreiches Fahrradjahr 2018 blicken.

Wie sich die Saison in der zweiten Hälfte entwickeln wird, kann der Verband zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen. Die Experten gehen allerdings davon auszugehen, dass sich E-Bikes auch in diesem Jahr wieder überdurchschnittlich entwickeln wird und die Dynamik aus den letzten Jahren Bestand hat. Der ZIV rechnet mit 800.000 bis 900.000 verkauften E-Bikes bis zum Jahresende.

Alle Fahrradtypen werden elektrisch

Dass dieser Trend sich fortsetzt, liegt nicht zuletzt an der fortschreitenden Elektrifizierung aller Modellgruppen, attraktiven Produkten hinsichtlich Design oder auch der Weiterentwicklungen bei der Motoren- und Akkutechnologie (Stichwort: Integration). Auch sorgen innovative Geschäftsmodelle wie z.B. Leasing oder im Logistikbereich für die rasant steigende Popularität des E-Bikes.

Aber nicht nur das E-Bike ist verantwortlich für die gute Stimmung in der Branche. Vielzählige technologische Innovationen sorgen für eine hohe Nachfrage nach Produkten der deutschen Fahrradindustrie. Die digitale Vernetzung von Komponenten und Zubehör machen das Fahrrad und E-Bike zum Mobilitätschampion (z.B. Navigation, Diebstahlschutz) bzw. zum High-Tech Sportgerät durch Leistungsdiagnostik oder Steuerung.

Scheibenbremsen, ABS, Riemenantrieb und Zentralgetriebe sind längst integrierte Features, die das Produkt Fahrrad immer komfortabler und sicherer machen. Leichtere, innovative Werkstoffe oder neue Lösungen im Bereich Beleuchtungstechnik sind Attribute, die Fahrrad und E-Bike für den Verbraucher immer attraktiver werden lassen.

Förderung der Infrastruktur vonnöten

Nun ist es aber insbesondere an der Politik, dieser Lust am Fahrrad Rechnung zu tragen und den Radverkehr weiter massiv zu fördern. Zwar stehen diesem auf Bundesebene eine auf 200 Millionen Euro gestiegene Fördersumme zur Verfügung, dennoch ist dies, verglichen mit anderen Verkehrsträgern, immer noch relativ gering, wenn auch ein Schritt in die richtige Richtung.

Am dringendsten werden Investitionen in die Radinfrastruktur benötigt. Diese ist notwendig, um die Rahmenbedingungen für einen sicheren und komfortablen Radverkehr der Zukunft zu schaffen. Darüber hinaus muss gewährleistet werden, dass sichere Fahrrad-Abstellanlagen in den Städten und an allen Bahnhöfen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

16.07.2018
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