Mobilitätsstudie 2017: Doch kein Fahrradboom?

Foto: ROSE E-Bike ROSE XTRA WATT EVO 2018 Stadt
Die neuesten Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands ZIV belegen, dass Deutschland gerade keinen Fahrradboom erlebt - obwohl Bikes ein großes Thema sind.

Ein deutschlandweiter Fahrradboom ist nicht zu verzeichnen. Das zeigen die Zahlen der Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD) 2017.

Anteile steigen nur wenig an

Beim Modal Split, der wohl wichtigsten Kennzahl der Mobilitätsforschung, ist kein bedeutender Anstieg des Radanteils seit der letzten Erhebung 2008 zu verzeichnen. Innerhalb von neun Jahren ging es von zehn auf nun gerade einmal elf Prozent hinauf (Anteile Wege).

Betrachtet man den Anteil an den Personenkilometern ist der Anteil sogar gleichbleibend bei drei Prozent. Das Ziel im Nationalen Radverkehrsplan 2020 ist ein Anteil am Modal Split von fünfzehn Prozent. Wenn es im aktuellen Tempo weitergeht, wird dieses Ziel krachend verfehlt.

Das Fahrrad in der Stadt und auf dem Land

Deutliche Unterschiede gibt es dabei zwischen Stadt und Land. In Großstädten beträgt der Radverkehrsanteil immerhin fünfzehn Prozent, im ländlichen Raum hingegen nur sieben Prozent.

Während das Fahrrad also kaum Zuwachs verzeichnen kann, ist der Autobesitz weiter gestiegen und das Auto ist weiterhin mit Abstand das meist genutzte Verkehrsmittel.

Das größte Probleme liegt darin, dass nach wie vor zu viele Wege unter fünf Kilometern mit dem Auto getätigt werden. Darin besteht das größte Potenzial für eine Steigerung des Radverkehrs.

Besserer Ausbau der Infrastruktur

Deshalb fordert der Zweirad-Industrie-Verband eine stärkere Förderung des Fahrrades. Insbesondere im städtischen Raum muss die Infrastruktur dringend ausgebaut werden, damit mehr Menschen für die kurzen Wege aufs Rad umsteigen.

Zudem braucht es sichere Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen, damit die Kombination von Rad und öffentlichen Verkehr attraktiver wird. Zumindest hier besteht Hoffnung auf Besserung durch die Bike+Ride-Offensive von Deutscher Bahn und Bundesumweltministerium (BMU).

Über die Studie

Neben Fragen zum Mobilitätsverhalten wurde auch der Besitz von Fahrzeugen untersucht. Zirka dreiviertel der befragten Haushalte besitzen ein Fahrrad. Interessanterweise steigt diese Quote mit dem ökonomischen Status auf bis zu 81 Prozent.

Die MiD ist die weltweit größte Befragung zur Mobilität, die je durchgeführt wurde. Es wurden über 150.000 Haushalte und mehr als 300.000 Personen befragt.

19.11.2018
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