Kauftipps: Fahrrad-Sattel kaufen – so finden Sie den richtigen

Wie man sich setzt, so fährt man

Der Sattel Ihres Fahrrades trägt auf kleinstem Raum den größten Teil Ihres Gewichts. Entsprechend wichtig ist die Wahl eines Sattels, der zu Ihrer Fahrweise und Ihren Ansprüchen passt. ElektroBIKE erklärt, worauf Sie achten müssen.
Foto: Brooks Fahrradsattel Brooks B66 S

Der Brooks B66 S - geht's noch klassischer?

Der Fahrradmarkt bietet eine große Bandbreite verschiedener Satteltypen von sehr bequemen, aber wenig performanten bis hin zu brettharten Schmal-Sätteln für den sportlich ehrgeizigen Einsatz. Ganz grob kann man drei Typen unterscheiden:

- Breite, weiche Sättel mit kurzer Sattelnase. Sie kommen vor Allem bei City- und Hollandrädern sowie Cruisern und Choppern zum Einsatz. Sie sind komfortabel mit Stahlfedern, Schaumstoff oder Gel-Pads gepolstert und eignen sich vor Allem für eine aufrechte Sitzposition und kurze Strecken. Aber Obacht: Auf kurzen bis mittleren Strecken bequemer, können diese Sättel bei längeren Ausfahrten durchaus Durchblutung und Nervenbahnen im Gesäß abdrücken, uns das kann recht unangenehm werden.

- Schmalere Sättel mit längerer Nase, die aber sowohl selbst über eine gewisse Polsterung verfügen als auch oft durch eine gefederte Sattelstütze gedämpft werden. Diese Sättel kommen meist in Trekking- , Fitness und Crossrädern zum Einsatz, taugen aber auch für Fixies. Sie sind für eine eher sportliche, leicht gestreckte Position und alle Strecken hin bis zu langen Tagesetappen ausgelegt. Diese Räder erzwingen oft eine leicht gestreckte Position, in der die Arme schon etwas mehr Gewicht tragen und damit das Gesäß entlasten.

- Schmale, flache Sättel mit minimaler Polsterung: Sie eignen sich vor Allem für eine nach vorn gestreckte, sehr sportliche Fahrweise mit dem Rennrad oder Mountainbike. Oft kombinieren Biker solche Sättel mit am Gesäß gepolsterten Radhosen.

Darauf sollten sie achten
Es gibt keine einfache Formel für den perfekten Sattel, zu verschieden sind die Ansprüche an Sportlichkeit und Komfort, zu verschieden auch die Anatomie des Gesäßes. Achten Sie vor Allem darauf, ob Sie einen Herren- oder einen Damensattel vor (oder unter) sich haben – viele Sättel sind nämlich geschlechtsspezifisch geformt. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, verschiedene Sättel im Vergleich probezufahren – und zwar eine weitere Strecke. Eine Runde im Hof des Fahrradhändlers reicht dafür nicht.

Übrigens: Der beste Sattel hilft nicht, wenn er nicht korrekt eingestellt ist. Für die meisten gängigen Fahrradgeometrien sollte der Sattel waagrecht eingestellt sein – weder nach vorne noch nach hinten gekippt.

29.07.2010
Autor: Mario Steinheil
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