Stefan Eigner

E-Mountainbike Test (2020)

13 E-MTBs im Test

Unsere Kollegen vom Fachmagazin MOUNTAINBIKE haben 13 vollgefederte E-MTBs des Jahrgangs 2020 getestet. Hier gibt's die Ergebnisse aus dem E-Mountainbike-Vergleichstest.

Das Testfeld in der Übersicht

Testfeld / Link zum Testbericht Preis Gewicht Testergebnis
Cannondale Habit Neo 1 7.999 Euro 23 kg Sehr gut (837 Punkte)
Canyon Spectral:ON 9.0 5.499 Euro 22,1 kg Sehr gut (840 Punkte)
Conway Xyron 827 Carbon 6.000 Euro 22,6 kg Sehr gut (845 Punkte)
Cube Stereo Hybrid 140 HPC Actionteam 626 29 5.999 Euro 24,3 kg Sehr gut (839 Punkte)
Flyer Uproc 4 8.70 5.399 Euro 24 kg Gut (788 Punkte)
Focus Jam² 9.9 Drifter 6.999 Euro 22,8 kg Sehr gut (870 Punkte)
Giant Trance E+ 0 Pro 6.199 Euro 23,7 kg Sehr gut (823 Punkte)
Merida eOne-Forty 9000 7.199 Euro 22 kg Sehr gut (857 Punkte)
Radon Render 10.0 (Kauftipp) 5.499 Euro 22,7 kg Sehr gut (857 Punkte)
Rotwild R.X 750 Pro 7.999 Euro 23,1 kg Sehr gut (897 Punkte)
Simplon Rapcon PMAX GX1 Eagle 7.949 Euro 22,6 kg Sehr gut (863 Punkte)
Specialized Turbo Levo Expert Carbon (Testsieger) 8.299 Euro 21,5 kg Überragend (910 Punkte)
Trek Rail 9.7 6.499 Euro 22,3 kg Sehr gut (837 Punkte)

Volldampf voraus! Die Entwicklungsarbeit der E-MTB-Hersteller lief in den letzten eineinhalb Jahren auf Hochtouren. Der Grund: Branchenriese Bosch zeigte – zunächst noch hinter verschlossenen Türen – die vierte Generation des E-MTB-Motors Performance Line CX. Das spornte nicht nur diejenigen an, die traditionell auf Bosch als Antrieb setzen, sondern auch jene, die mit Shimano, Brose & Co. unterwegs sind.

Im Lastenheft der E-Mountainbike-Produktmanager standen etwa leistungsfähigere Akkus, verbesserte Integration sowie einfachere Bedienbarkeit. Aber auch leichtere (Carbon-)Rahmen und ein dem "Bio-­Bike" immer mehr ähnelndes, herausragendes Fahrverhalten. Wir wollten wissen, welcher der Hersteller diese Herausforderungen am besten umsetzt, und luden zum ersten großen E-MTB-Gipfeltreffen für 2020 ein.

13 Highend-E-MTBs im Test

Um Ihnen ein möglichst hochklassiges Testfeld zu präsentieren, machten wir den E-Mountainbike-Herstellern nur geringe Vorgaben, ließen etwa die Wahl der Laufradgröße offen. Preislich wollten wir dennoch nicht über die Stränge schlagen und wählten bei vielen Herstellern nicht die Topmodelle aus, die mittlerweile um 10.000 Euro und mehr kosten. Zudem sollte der Federweg nach Möglichkeit die 150-mm-Marke nicht überschreiten.

Somit ergab sich ein interessantes Testfeld mit E-MTBs der angesagten Trailbike- bzw. All-Mountain-Kategorie. Diese eignen sich dank ihrer Vielfältigkeit optimal für Touren auf Schotter und Trails, sie wildern dank ihrer herausragenden Fahrwerke und Geometrien aber auch schon im Enduro-Segment. Mit von der Partie sind mit Cannondale, Conway, Cube, Flyer, Merida, Radon, Rotwild, Simplon, Specialized und Trek gleich zehn Neuentwicklungen. Auch das zeigt, wie wichtig diese Kategorie für 2020 ist! Nur Can­yon, Focus und Giant nahmen mit ihren Vorjahresmodellen teil.

Stefan Eigner
Testfahrt mit den neuen E-Mountainbikes von 2020.

E-MTB-Antriebe: Bosch gegen den Rest

In Sachen Motor ist die Vielfalt groß: Drei der Hersteller wählen den Shimano Steps E8000, zwei Hersteller setzen auf den Brose Drive S Mag. Giant verbaut den Yamaha-Motor, Flyer schwört auf Panasonic. Sechs Hersteller verbauen den eingangs erwähnten neuen Bosch Performance Line CX-Motor, der mit viel Power, geringerem Gewicht und kleineren Abmessungen begeistert.

Ebenso auffällig: Der "Standard" in Sachen Akku-Kapazität hat einen deutlichen Sprung von 500 auf über 600 Wattstunden gemacht hat. Dieser Trend zeichnete sich schon im Vorjahr ab und bestätigt sich nun. Spannend auch, dass die Motorcharakteristiken und die maximale Leistung (gefühlt) mit jedem Jahr besser werden. So fiel es den Testern schwer, auf einem Shimano-bestückten Bike mit den neueren Aggregaten von Bosch, Brose oder auch Panasonic mitzuhalten. Aber: Ein drehmomentstarker Motor benötig mehr Energie, wodurch die größeren Akku-Leistungen in Sachen Reichweite etwas relativiert werden. Bei den Reichweitenangaben halten sich die Hersteller ohnehin bedeckt. Viele der Displays bzw. Bedienteile zeigen keine genauen Akku-Stände an.

Neben Motor, Akku und Bedienbarkeit zählt aber auch die Fahrdynamik der E-Mountainbikes auf steilen Anstiegen und rassigen Abfahrten. Fast alle E-MTBs genügen dabei in Sachen Handling, Fahrwerk und Parts allerhöchsten Ansprüchen. Am Ende kürt sich das Specialized Turbo Levo einmal mehr zum König unter den Gipfelstürmern, das brandneue Radon verdient sich unseren Kauftipp.

Ergebnisse im Detail

Punkte und Benotung

Der E-MTB-Test baut auf einem ganz neu entwickelten 1000-Punkte-Schema auf, das alle wichtigen Fahreigenschaften und Kategorien umfasst. Knapp ein Viertel der Gesamtnote steuern Laborerhebungen wie Gewicht, Reichweite und Ausstattung bei. Hauptsächlich ergibt sich die Note aus den Fahreigenschaften auf dem Trail – wie dem Handling, der Vortriebseffizienz, der Bergab-Perfor­mance oder dem Fahrwerk. Achtung: Bei der Motorleistung handelt es sich um einen rein subjektiven Eindruck der Tester. Die Gewichtung der Kategorie passen wir an die Bike-Gattung an. Die E-Allrounder in diesem Test müssen zum Beispiel besonders ausgewogene Up- und Downhill-Fahreigenschaften aufweisen. Bei maximal 1000 Punkten ist das Bike mit den meisten Zählern logischerweise Testsieger.

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Das Spinnennetz

... zeigt, wo die Stärken und Schwächen des Bikes in Relation zum Testumfeld liegen. Je größer der Ausschlag in einer der acht Kategorien, desto prägender der jeweilige Charakterzug. Ein Allrounder weist rundum eine große Fläche, ein Spezialist eine verschobene Grafik auf.

  • Motorstärke: Hier bewerten wir, wie durchzugsstark der Motor an sich ist. In diesem Test hat der Panasonic-Motor die höchste Punktzahl. Generell liegen die Motoren leistungsmäßig nah beieinander.
  • Reichweite: Je höher der Ausschlag, desto höher die Reichweite und -höhe. Mittels einer Software von eChecker (ebike-checker.de) errechnen wir die Effizienz der E-Bikes. Dazu sind drei Testrunden definiert: Bergtour, flache Tour sowie Stadtverkehr – schließlich nutzen viele ihr E-MTB als Alltagsbike. Aus Parametern wie der Akku-Leistung, aber auch dem Stromverbrauch des Motors oder dem Rollwiderstand der Reifen lässt sich die theoretische Reichweite kalkulieren. In den Testbriefen geben wir den niedrigsten Wert ("Berg") und höchsten Wert ("Tour") an. Die Errechnung der erzielbaren Höhenmeter basiert auf einer Steigung von im Mittel zehn Prozent. Das Fahrergewicht ist inklusive Ausrüstung mit 90 Kilo definiert, die Eigenleistung des Fahrers mit 150 Watt. Wichtig: Es sind theoretische Vergleichswerte, sie können in der Praxis abweichen.
  • Gewicht: Je leichter das E-MTB, desto näher ist das Fahrgefühl an dem eines "normalen" Bikes. Ein hoher Spinnenausschlag steht für ein geringes Gewicht.
  • Ausstattung: Je höher der Ausschlag, desto hochwertiger ist die Ausstattung. Zudem achten wir darauf, dass die Parts optimal zum Einsatzbereich passen.
  • Preis/Leistung: Was bietet das Bike in Relation zum Kaufpreis?
  • Agilität: Wer ein wendiges Bike sucht, das auf Trails zum Spielen einlädt, der sollte auf einen hohen Ausschlag in diesem Bereich achten. Ein sehr agiles Bike kann sich mitunter aber auch nervös fahren.
  • Fahrsicherheit: Ein fahrsicheres, laufruhiges und spurstabiles E-MTB liegt selbst im gröbsten Downhill supersatt. Fahrwerk und Geometrie sind dafür ausschlaggebend. Sehr hohe Fahrsicherheit kann aber auch ein bei langsamer oder kurvenreicher Fahrt träges Handling mit sich bringen.
  • Komfort: Hier spielen Federelemente, Reifen, Sitzposition und auch die Kontaktpunkte Lenker und Sattel eine große Rolle. Je höher der Ausschlag, desto komfortabler. Wer ein straffes Fahrwerk bzw. ein direktes Handling liebt, sollte auch nach Bikes mit geringem Ausschlag suchen.

Beispielhafte Darstellung einer Spinne:

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