Mondraker Brutus Media
Mondraker
Mondraker 3 Bilder

Test: Mondraker Crafty (2020)

Mondraker Crafty: E-Enduro im Test

Mit dem neuen Crafty will Mondraker ein neues Zeitalter der E-Enduros einleuten. Wir haben alle Infos zum neuen Bike aus Spanien und durften das neue Crafty bereits testen.

Kurz & Kompakt: Mondraker Crafty Carbon

  • E-Enduro mit 29''-Laufrädern, 160/150mm Federweg (V/H)
  • Bosch Performance CX-Antrieb mit maximal 625 Wh
  • typische Mondraker-Fast-Forward-Geometrie
  • Topmodell soll nur 19,3 kg wiegen
  • Das Topmodell kostet 11.999 Euro

Seit fünf Jahren ist Mondraker auf dem E-MTB-Markt aktiv. Darauf sind die Spanier sehr stolz: Der E-Mountainbiketrend ist noch sehr jung und Mondraker quasi seit Minute Eins dabei.

Mit dem Crafty wollen die Spanier nun in ein neues Zeitalter in Sachen E-MTB aufbrechen. Das Crafty ist für das Modelljahr 2020 komplett neu entwickelt worden. Das Herz des Bikes ist dabei der leichte Carbonrahmen, in den das gesamte Know-How der Spanier eingeflossen ist, welches sie schon beim spektakulären XC-Fully F-Podium oder am Endurobike Foxy gezeigt haben. Super: Der Toprahmen kommt an allen Modellen, von RR SL über RR und R zum Einsatz.

Mondraker
Brutus Media
Am 150-mm-Heck des Crafty verzichtet Mondraker bewusst auf einen Dämpfer mit Piggybag, um Gewicht zu sparen.

Trendbewusst ist das Crafty auf 29''-Reifen entwickelt worden, die sich auch im E-Enduro-Bereich immer mehr durchsetzen. Der Schwerpunkt soll sehr tief sitzen, das Bike so förmlich am Boden kleben. Die Geometrie ist typisch Mondraker: Eine eher lange Front gepaar mit einem kurzen Heck (455 mm Kettenstreben), der Lenkwinkel mit 65 Grad sehr flach und der Sitzwinkel mit 76° eher steil.

Der Rahmen wird in Größen von S-XL erhältlich sein.

Antrieb und Motor: Bosch-Power

Für Vortrieb sorgt im Mondraker Crafty der neueste Bosch-Motor, genauer der der Performance CX Gen. 4. Er soll bis zu 75 Nm Kraft entfalten können, nur 2,9 kg wiegen und dank der großen, vollintegrierten 625-Wh-Batterie den Fahrer zuverlässig die Berge hinaufboosten. Wer weniger Reichweite genügt, kann das Bike auch mit 500-Wh-Intube-Batterie bestellen.

Rekordverdächtig: Das Topmodell RR SL

Dieses Bike bricht Rekorde: Mit dem Topmodell RR SL verschiebt Mondraker die Grenzen des E-MTBs und präsentiert ein vollwertiges E-Enduro, das knapp über 19 kg wiegen soll. Der Knackpunkt? Das Rad kostet dabei fast 12.000 Euro. Autsch.

Test-Bericht: Mondraker Crafty RR SL

Die Kollegen unseres Schwetsermagazins MOUNTAINBIKE konnten das Topmodell Mondraker Crafty RR SL bereits testen. Ihr Eindruck:

 sehr leichtes E-MTB

 top Fahrverhalten

 starker Motor

 Akku fest verbaut

Die Marke Mondraker ist bekannt für moderne, sehr lange Bike-Geos und gilt mit ihrer sogenannten „Forward-Geometry“ – langes Oberrohr und extrem kurzer Vorbau – als Erfinder der momentan angesagten Rahmen-Layouts. Dass Mondraker früh Trends erkennt, zeigt auch, dass die Spanier schon vor fünf Jahren ein erstes MTB mit Motor bauten.

Nun will Mondraker wieder ein wegweisendes (E-)Bike auf die Stollen gestellt haben und forciert am neuen Crafty Carbon den Leichtbau im Bereich des sinnvoll Machbaren. Carbon-Hauptrahmen, -Wippe und -Hinterbau sowie ein nicht entnehmbarer Akku sollen für das geringe Gewicht Sorge tragen. Und? Das Gesamtgewicht von laut Mondraker nur 19,3 kg setzt auf jeden Fall ein dickes Ausrufezeichen! Oder zwei!!

Als Antrieb dient dabei nicht etwa ein ultra­leichter Motor mit womöglich geringer Power, sondern das neue, bockstarke Bosch-Aggregat Performance Line CX mit 75 Nm Drehmoment. Dem aktuellen (E-Enduro-)Trend entsprechend ist die 29„-Bereifung sowie die Federwegsbestückung mit vorne 160 mm und hinten 150 mm. Optional hat der Käufer die Wahl zwischen einem Akku mit 500 oder 625 Wh, wobei die größere Batterie das Gewicht auf 19,8 kg hieven soll.

Mondraker
Brutus Media
Style bis ins kleinste Detail! Das neue Crafty ist zwar sündhaft teuer, aber auch sehr edel verarbeitet. Hier der Sitzstreben-Yoke/Fender.

Auch die Parts sind auf Gewichtsoptimierung getrimmt, so kommt ein Dämpfer ohne Ausgleichsbehälter zum Einsatz, um weitere 140 g einzusparen. Der Performance soll das jedoch keinen Abbruch tun. Bei der Präsentation wogen wir das Crafty Carbon in der sündteuren Topversion und in Rahmengröße M gar mit nur 19,1 kg – jedoch mit einer etwas leichteren Reifenkombi, als sie Mondraker in Serie verbaut.

In Sachen Geometrie orientierte sich Mondraker bei der Entwicklung am eigenen Erfolgsmodell Foxy (ohne Motor). Keine schlechte Idee, denn bei unseren Tests auf den Trails im nördlichen Portugal zeigte sich das Crafty-Heck im Uphill nicht nur antriebsneutral, sondern dank der langen 455-­­­mm-­Kettenstreben auch stets traktionsstark und sicher. Aber auch bergab überzeugte das neue Carbon-Geschoss voll und ganz. Die lange Geo sorgt für hohe Laufruhe, während der nicht zu flache Lenkwinkel von 65,5° in Kombination mit dem kurzen Vorbau und dem geringen Gewicht reichlich Agilität generiert. Das Fahrwerk agiert ausgewogen, ist aber eher auf der straffen, sportlichen Seite angesiedelt. Große Brocken schluckt es dennoch locker und verhält sich bei Sprüngen angenehm neutral.

Erhältlich ist das neue Crafty in drei Versionen. Das Topmodell Crafty RR SL ist dabei mit 11 999 Euro leider wohl eher den Luxus-Bikern vorbehalten. Das RR für 8999 und das R für 7499 Euro kommen ebenfalls mit dem leichten Voll-Carbon-Rahmen, aber weniger edlen und leichten Parts. Übrigens: An allen Bikes kommt das informationsreiche, farbige Kiox-Display zum Einsatz. Hier wurde also kein Gewichtstuning betrieben.

Fazit: Mondraker ist mit dem Crafty Carbon ein absolutes E-Highlight gelungen. Wer über das nötige Taschengeld verfügt und auf einen entnehmbaren Akku verzichten kann, bekommt ein E-Enduro der Superlative.

Zur Startseite
E-MTB Test 2019 Liteville 301 CE Test: Liteville 301 CE E-MTB Liteville 301 CE im Test

301 CE nennt sich das erste E-Mountainbike aus dem Hause Liteville....