Kike Abelleira
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Merida E-One-Sixty (2020)

Das kann der E-Enduro-Nachfolger

Die ab Herbst erhältliche neue Generation des Merida E-One-Sixty tritt in große Fußstapfen. Mit neuer Optik, vielen Features und guten Fahreigenschaften will der asiatische Fahrradbauer an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen.

Der taiwanische Hersteller Merida hat ein stark überarbeitetes E-One-Sixty für das Modelljahr 2020 angekündigt. Das erneuerte E-Enduro-Bike wartet unter anderem mit einem neuen Carbon-Rahmen auf und setzt gleichzeitig wieder auf bewährte Komponenten wie den E8000-Motor von Shimano. Zudem hat man die oft gelobte MTB-Geometrie und den niedrigen Schwerpunkt in den Nachfolger überführt.

Kike Abelleira
Neue Optik, viele Features und verbesserte Fahreigenschaften: Merida hat sich für das neue E-One-Sixty viel vorgenommen.

Alle Infos zum neuen E-One-Sixty

Als größte Neuerung gibt der Hersteller den neuen Carbon-Rahmen mit innen verlegten Zügen an. Das Carbon-Material hilft dabei, trotz einer großen Akkuöffnung die Rahmensteifigkeit bei gleichzeitig geringerem Gewicht zu erhalten. Da Carbon allerdings kein guter thermischer Leiter ist, hat Merida eine spezielle, kaminartige Abfuhr warmer Luft durch Öffnungen in der Nähe des Steuerrohrs entwickelt.

Das eOne-Sixty im Detail

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Eine weitere Verbesserung im Bereich des 504-Wh-Akkus von Shimano ist ein Zwei-Komponenten-Schutz, der neben einem schnellen sowie einfachen Zugang auch Schutz vor aufgewirbelten Steinen und Ästen ermöglichen soll. Der Akku wird außerdem durch einen doppelten Arretierungsmechanismus von Shimano gesichert, der jegliches Klappern verhindert. Beim damit verbundenen Motor handelt es sich um den erprobten E8000-Motor von Shimano mit 70 Nm.

Verbessertes Fahrverhalten

Das neue E-One-Sixty bietet zwei unterschiedliche Laufradgrößen: ein 29-Zoll-Vorderrad für ein verbessertes Überrollverhalten über Hindernisse und eine gute Kurvenlage sowie ein 27,5-Zoll-Hinterrad für gute Traktion, Komfort und ein agiles Handling (aufgrund der kürzeren Kettenstreben bei 27,5 Zoll). Des Weiteren fällt der Lenkwinkel mit 65,5° flacher aus und das Tretlager wurde abgesenkt, wodurch die Kontrolle bei hohen Geschwindigkeiten verbessert werden soll. Das neue Modell ist zudem für 165 mm lange Kurbelarme ausgelegt und verfügt über einen steileren Sitzwinkel.

Das E-One-Sixty Carbon kommt im Oktober 2019 auf den Markt und wird in vier unterschiedlichen Ausstattungsvarianten angeboten: vom Topmodell 10k mit Shimano XTR und Fox Factory-Ausstattung, über die 9000 und 8000 bis hin zum günstigeren 5000. Alle Modelle basieren auf dem gleichen Rahmen und haben den gleichen Motor sowie den gleichen Akku. Die Preisspanne bewegt sich im Bereich von unter 5.000 bis unter 10.000 Euro.

Mit dem E-One-Sixty 800SE und dem E-One-Sixty 500SE wird es weiterhin auch zwei Modelle mit Aluminium-Rahmen und halbintegriertem Akku geben.

Das neue E-One-Sixty 10k im MOUNTAIN-BIKE-MAGAZIN-Test

Ausstattung - Merida E-One-Sixty 10k

Preis/Vertriebsweg 9799 Euro/Fachhandel
Komplettgewicht 22,2 kg
Größe/Material S, M, L, XL/Carbon
Motor Shimano Steps E8000
Akku Shimano 500 Wh, 36 V
Schaltung 1 x 12 Gänge, Shimano-XTR-Schaltwerk und -hebel
Bremsanlage Scheibenbremse Shimano XTR (M9020) 203/203 mm
Federung vorne Fox 36 Float Factory, 160 mm
Federung hinten Fox Float X2, 150 mm
Laufräder DT Swiss XRC 1200 Hybrid
Reifen Maxxis Assegai/Minion DHR2 Exo TR 29/27,5 x 2,6"
Sonstige Ausstattung Vario-Sattelstütze Merida Expert TR (170 mm Hub)

Die Eckdaten: bewährter Shimano-Steps-Motor, Carbon-Rahmen, 29''-Räder vorne und 27,5''-Rad hinten sowie pfiffige Details wie der Einschaltknopf auf dem Oberrohr oder der entnehmbare Inbusschlüssel in der Steckachse, der auch zur Demontage des integrierten 500-Wattstunden-Akkus dient.

Stefan Eigner
Am Topmodell kommen nur erlesene Parts zum Einsatz. Der Fox-X2-Dämpfer mit Kashima-Beschichtung zum Beispiel. Er generiert 150 mm Federweg.

Um diese eher durchschnittliche Batteriekapazität etwas zu kompensieren, haben sich Meridas Produktmanager beim 10k-Modell etwas einfallen lassen: Jeder Käufer erhält einen zweiten Akku sowie einen Evoc-E-MTB-Rucksack dazu. Auf langen Touren stehen dann weitere 500 Wh Reserve zur Verfügung. Eine Lösung, die von vielen E-Bikern im Alpenraum so praktiziert wird. Ein weiterer Vorteil: Das Bike fällt leichter aus, da kein dicker Akku verbaut ist. So bringt das Merida auch nur vergleichsweise geringe 22,2 Kilo auf die Waage. Da den Ingenieuren eine hohe Steifigkeit der Front wichtig war, ist das E-One-Sixty dennoch nicht kompromisslos auf Leichtbau getrimmt: „Bei E-Bikes mit integriertem Akku wird das Unterrohr geschwächt, wodurch die Steifigkeit leidet“, so Merida-Mann Reynaldo Ilagan. Außerdem standen bei der Entwicklung ein tiefer Schwerpunkt und geringe Geräuschentwicklung im Fokus.

Stefan Eigner
Auf dem Oberrohr sitzt der neue An/Aus-Schalter von Shimano. Ein Feature, das zum hochwertigen Erscheinungsbild des Meridas passt.

Die Geometrie-Daten des Neulings sind vielversprechend: Eher kurz geschnittene 440-mm-Kettenstreben und ein flacher 65,5°-Lenkwinkel machen Lust auf Trailaction. Auch die Sitzposition und das Cockpit gefallen auf Anhieb. Der Shimano-Motor schiebt wie gewohnt dynamisch. Agil und gut steuerbar zirkelt das E-One-Sixty über den Trail. Dank ausgewogenem Reach-Wert (460 mm bei Größe L) hat der Fahrer viel Bewegungsspielraum. Diesen braucht er auch, wenn er steile Auffahrten liebt. Verlagert man sein Körpergewicht weit nach vorne, klettert das E-One-Sixty anständig – ansonsten passiert es schnell, dass die Front Bodenkontakt verliert. Wer einen Kletterkönig will, sollte das Merida eine Nummer größer wählen, dadurch rückt der Körperschwerpunkt automatisch nach vorne. Im Downhill zieht das E-One-Sixty dafür sämtliche Register. Leise rollt es über jedwedes Geröll, bietet dabei ein ausgesprochen sattes und zugleich stabiles Fahrwerk. Kommt es in kurviges Geläuf, legt sich das Merida dank tiefem Schwerpunkt wagemutig in jede Kurve. Das Limit des E-Enduros ist kaum auszureizen.

Stefan Eigner
Pfiffige Lösung: Mit einem per Magnet in der hinteren Achse arretierten Inbus können die Steckachsen und der Akku gelöst werden.

Auch die Ausstattung überzeugt voll und ist dem Preis angemessen – etwa mit Shimanos XTR-Schaltung (1 x 12 Gänge), XTR-Bremsen mit großen 203er-Scheiben sowie Carbon-Laufrädern.

MOUNTAINBIKE-MAGAZIN
In allen Bereichen gut aufgestellt: das neue Merida E-One-Sixty.

Fazit des Test-Redakteurs Chris Pauls:

Optisch gelungener Carbon-Rahmen und ein ausgesprochen feines Handling machen das neue Merida E-One-Sixty für mich zu einem der Top-E-Bikes für 2020.

Stefan Eigner
Test-Redakteur Chris Pauls hat das neue E-One-Sixty getestet und für gut befunden.
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