Riese und Müller Delite GX rohloff HS: Das schnelle E-Bike im Dauertest

Test: Riese und Müller Delite GX rohloff HS

Foto: Christiane Rauscher Riese und Müller Delite GX rohloff HS

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Unser Kollege Holger Schwarz fährt das Riese und Müller Delite in der S-Pedelec-Version mit breiten Stollenreifen im Dauertest. In seinem Testbericht schreibt er über seine Erfahrungen mit dem schnellen E-Bike.

Sieben Wochen ist es nun schon her, dass das Riese und Müller Delite in der Version als S-Pedelec mit Bosch-Motor, Rohloff-Nabenschaltung und breiten Offroad-Reifen bei uns in der Redaktion eingetroffen ist. Mittlerweile habe ich mit dem schnellen E-Bike schon etwa 900 Kilometer abgespult und mich – so viel kann ich bereits verraten – mit dem Rad richtig gut angefreundet.

Das liegt unter anderem an den 1000 Wattstunden an Akku-Kapazität, welche die beiden PowerPacks von Bosch zusammen liefern. Die Version mit zwei Akkus gibt’s beim Delite zwar nur optional – und der zweite Akku macht das Bike gleich um 700 Euro teurer und gut 2,5 Kilo schwerer –, aber für Langstreckenpendler wie mich macht der Doppelakku absolut Sinn.

Denn meine Strecke zur Arbeit beträgt 40 Kilometer. Macht hin und zurück also 80 Kilometer, und zusätzlich etwa 900 Höhenmeter. Zwar kann ich die Akkus tagsüber im Büro laden – aber es ist trotzdem gut zu wissen, dass für den Nach-Hause-Weg am Abend auch dann noch genug Akkuladung übrig ist, wenn man das Bike mal nicht tagsüber an die Steckdose angeschlossen hat.

Wo wir schon beim Antrieb wären: Der Bosch Performance Line Speed-Motor unterstützt kraftvoll, vor allem bei höheren Geschwindigkeiten. So verlangt es kaum Anstrengung, mit dem S-Pedelec in der Ebene mit einem Tempo um 40 km/h über den Asphalt zu rauschen. Lediglich in steilen Bergauf-Passagen könnte der Antrieb eine Spur kraftvoller agieren. Hier bin ich von anderen Motoren, zum Beispiel dem Bosch Performance Line-CX, deutlich mehr Power gewohnt.

In Sachen Ausstattung lässt das Riese und Müller Delite dagegen keine Wünsch offen. Die Nabenschaltung von Rohloff mit Drehgriff schaltet sehr präzise. Auch die Bandbreite der 14 Gänge deckt sowohl steile Anstiege, als auch schnelle Bergab-Passagen voll ab. Was mir in Sachen Schaltung auch gefällt: Im Intuvia-Display wird per Pfeiltasten angezeigt, wenn der Fahrer einen leichteren bzw. schwereren Gang einlegen soll. Den einzigen kleineren Kritikpunkt, den ich in Sachen Schaltung habe: In den leichten Gängen 1 bis 7 ist bei höherer Trittfrequenz und stärkerem Krafteinsatz ein leichtes Knarzen zu hören, was laut Rohloff bei Getriebeschaltungen dieser Art vorkommen kann.

Riese und Müller Delite GX rohloff HS: Offroad-taugliche Ausstattung

Da mich mein Weg zur Arbeit nicht nur über asphaltierte Straßen, sondern auch über Schotterwege führt, bin ich froh, dass ich mit dem Schwalbe Rock Razor einen breiten, Offroad-tauglichen Stollenreifen an meinem Dauertestrad habe. In Verbindung mit der 100-mm-Federgabel vorne und dem Hinterbaudämpfer bringt das ordentlich Fahrkomfort, auch wenn wenn der Untergrund mal etwas ruppiger ist.

Etwas ungewohnt bei den ersten Ausfahrten war das Geräusch der Hupe. Für mich selbst, aber vor allem für andere Verkehrsteilnehmer. Seit 2017 ist eine Hupe bei schnellen S-Pedelecs vorgeschrieben, vorher reichte auch eine Klingel. Meine Erfahrungen: Andere Radfahrer und auch Fußgänger wissen mit dem Hupgeräusch zunächst wenig anzufangen und denken nicht gleich an einen Radfahrer. Aber: Die Hupe, die ähnlich klingt wie die Hupe eines Zweitaktrollers, ist nicht zu überhören - und erfüllt damit ihren Zweck.

Noch ein Wort zum Thema Beleuchtung: Mit der M99 Pro hat Riese und Müller die Top-Lampe von Beleuchtungsexperte Supernova am Delite verbaut. Die Lampe ist sehr hell und komfortabel zu bedienen. Bei Tag ist automatisch das Tagfahrlicht eingestellt. Wenn die Dämmerung einsetzt, oder ich durch einen Tunnel fahre, dann schaltet die Lampe automatisch auf Abblendlicht um. Per Druckknopf am Lenker habe ich zudem die Möglichkeit, auf das 1600 Lumen helle und weit ausleuchtende Fernlicht umzuschalten. Das zugehörige Rücklicht zur Supernova-Lampe hat ein integriertes Bremslicht und eine Kennzeichenbeleuchtung.

Ein kleines, aber nützliches Detail zum Schluss: Am Delite ist ein Faltschloss von Abus bereits dabei und hinter dem Sattelrohr befestigt. Praktisch, wenn ich beim Einkaufen oder während eines Stopps in einem Café das Rad abstellen muss.

Foto: Christiane Rauscher Riese und Müller Delite GX rohloff HS

Riese und Müller Delite GX rohloff HS: Ausstattung Testbike

MotorBosch Performance Speed, 45 km/h
AkkuBosch PowerPack, 2 x 500 Wh
FedergabelSuntour Aion, 100 mm Federweg
DämpferX-Fusion O2
SchaltungNabenschaltung Rohloff Speedhub 500/14 Gänge
BremseHydraul. Scheibenbremsen Magura MT4, 180/180 mm
ReifenSchwalbe Rock Razor 60-584
BeleuchtungSupernova M99 Pro
Gewicht32,1 kg
Preis7400 Euro

Hinweis: Kurz nach dem Verfassen des Berichts hat Riese und Müller die Ausstattung des Delite GX rohloff HS verändert. So ist mittlerweile im Grundpreis (7800 Euro) der zweite Akku serienmäßig enthalten. Außerdem kommt das S-Pedelec jetzt mit der neuen elektronischen Getriebeschaltung Rohloff E-14 und besitzt einen Gates-Riemen statt einer Kette. Der Federweg an der Gabel beträgt mittlerweile 120 statt 100 mm und als Beleuchtung ist die kleinere Supernova M99 Mini Pro-45 verbaut.

20.08.2018
Autor: Holger Schwarz
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