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E-Bike-Reichweite: Was uns bewegt

Was uns bewegt - powered by Neodrives Jetzt reicht´s aber!

Noch immer dreht sich bei E-Bikes viel um Reichweite, Akkus werden immer größer. Eine Entwicklung, die Andreas Binz, Leiter des Antriebsherstellers neodrives, in seiner Kolumne kritisch hinterfragt.

"Das geht mir jetzt aber zu weit." Diesen Satz hören wir von einem E-Bike-Fahrer in der Regel nicht. Reichweite bleibt das Top-Thema beim E-Bike-Kauf. Und die Angst, irgendwann mit dem Rad stehen zu bleiben, führt leider zu der Handlungsmaxime: Mehr ist mehr – und damit zu einem Wettrüsten bei der Akku-Größe. Dabei bleibt ein E-Bike ohne Saft immer noch ein Fahrrad. Die Furcht, völlig allein auf Wald und Flur stehen zu bleiben, existiert also nur im Kopf.

Verstehen kann ich sie trotzdem. Viele Einsteiger haben noch keinerlei Erfahrung mit dem Thema Reichweite. Da bleibt die Akku-Kapazität die greifbare Größe, von der man die Reichweite ableiten kann. Je mehr Wattstunden, desto mehr Reichweite. Eine einfache Rechnung, die aber viele Einflussvariablen links liegen lässt.

Ich kann hier nur einige beispielhaft nennen: Geschwindigkeit, Unterstützungsstufe, Anfahrhäufigkeit, Jahreszeit, Trittfrequenz – die Liste der Spritfresser und -sparer ist lang. Aber braucht man auf dem E-Bike nicht gerade deshalb einen großen Tank? Nein. Die gängigen Akkugrößen reichen völlig aus. Vor allem, weil man an jeder normalen Steckdose nachladen kann. Einen Akku mit einer Kilowattstunde oder mehr brauchen Vielfahrer auf längeren Strecken oder Radreisende. Touren, die solche Kapazitäten erfordern, wollen und können viele Alltagsradler gar nicht im Sattel bewältigen.

Übrigens: Jede Wattstunde mehr kostet bares Geld. Ich rechne mit 1,25 Euro. Da lässt sich mit weniger Reichweite ganz schön Geld sparen. Beim urbanen Pendeln reicht zum Beispiel ein kleiner Akku. Der muss zwar öfter an den Strom, aber das ist am Ende nur eine Frage der Routine. Mit unseren Smartphones haben wir alle das kluge Akkulademanagement ja auch schnell gelernt.

Der Autor: Andreas Binz leitet bei Alber seit 2017 die Business Unit neodrives. Die Marke stellt Heckmotoren, Akkus und Displays für Pedelecs und S-Pedelecs her.