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Crashtest-Videos von E-Bikes/Pedelecs - UrbanBIKING klärt auf

Crashtest-Videos von E-Bikes/Pedelecs - UrbanBIKING klärt auf

Crashtests des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) sorgen seit Tagen für Gesprächsstoff. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass schnelle Pedelecs eine Gefahr für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer darstellen. Zu Recht? UrbanBIKING klärt auf und zeigt das fragliche Video.

Die Pressemitteilung des GdV mit der Überschrift "Crashtests zeigen hohe Unfallrisiken durch Elektrofahrräder" schlug Anfang April in den Medien hohe Wellen. In den Testvideos (weiter unten auf dieser Seite) sieht man, wie ein S-Pedelec-Fahrer mit einem langsamen Radfahrer kollidiert und wie ein S-Pedelec-Fahrer mit Tempo 45 auf ein Auto prallt.

Sicherlich, diese Bilder schockieren. Was die Studie und das Video des GdV allerdings verschweigen: Sie dreht sich nur um Pedelecs der schnellen Klasse (Motorunterstützung bis 45 km/h). Eine Differenzierung zu den "normalen" Pedelecs (Motorunterstützung bis 25 km/h) fand in den Videos nicht statt.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, sagt im Gespräch mit UrbanBIKING: „Die Klasse bis 25 km/h halte ich für vergleichsweise unproblematisch.“ Jedoch weist er auch darauf hin, dass sich auch bei diesen Pedelecs die statistische Wahrscheinlichkeit eines Unfalls mit der gesteigerten Reichweite erhöhe.

Von den schnellen Pedelecs (bis 45 km/h) gehen in der Tat höhere Gefahren aus - für die Fahrer selbst wie auch für andere Verkehrsteilnehmer. Daher sind vorausschauendes Fahren und Rücksichtnahme extrem wichtig. Was S-Pedelec-Fahrer vor Allem bedenken müssen: Andere Verkehrsteilnehmer rechnen nicht damit, dass ein „Fahrrad“ mit solch hohen Geschwindigkeiten unterwegs sein kann.

Für S-Pedelecs fordert die GdV sinnvolle technische und zulassungsrechtliche Regelungen wie zum Beispiel

  • Höchstgeschwindigkeit 30 km/h
  • max. 500 Watt Motorleistung
  • Versicherungskennzeichen
  • Mofa-Prüfbescheinigung
  • Fahrradhelm und Klingel statt Hupe

Bereits heute besteht für die S-Pedelecs Zulassungspflicht. Man braucht eine Betriebserlaubnis, ein Versicherungskennzeichen, den Führerschein der Klasse M, einen Rückspiegel. Eine Helmpflicht besteht allerdings noch nicht. Dies ist in der Leichtmofa-Ausnahme-Verordnung (bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit ohne Pedalieren unter 20 km/h) geregelt, die auch für S-Pedelecs herangezogen wird.

UrbanBIKING empfiehlt jedoch allen Radfahrern und ganz besonders den Fahrern schneller Pedelecs, immer einen Helm zu tragen.

Die GdV fordert außerdem stabilere Pedelec-Konstruktionen sowie die Schaffung einer juristisch eigenständigen Fahrzeugklasse für S-Pedelecs.

Gerade im Bezug auf stabilere Pedelec-Konstruktionen ist eine Aktualisierung der bestehenden Prüfnormen wichtig. Bislang läuft die Prüfung der Bremsen und der Betriebsfestigkeit von Pedelecs nach EN14764 für City- und Trekkingfahrräder. Fahrradexperte Manfred Otto hat auf UrbanBIKING darauf hingewiesen, wie wichtig spezielle Pedelec-Prüfnormen sind.

Und die Lehren aus dem Crashtest der GdV?

UrbanBIKING meint: Bei S-Pedelecs wäre eine gesetzliche Helmpflicht sicher sinnvoll. Aber auch ohne eine solche Pflicht muss sich jeder, der ein S-Pedelec fährt, der erhöhten Gefahren für sich und andere Verkehrsteilnehmer bewusst sein und seinen Fahrstil entsprechend anpassen.

Horrorszenarien, wie sie von einigen Medien mit Überschriften wie "Pfeilschnell ins Verderben" gezeichnet werden, sind hingegen wenig hilfreich.

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