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Georg Zeppin

E-Bike Akkus, das sollten Sie wissen!

Verbraucher Ratgeber: E-Bike Akkus E-Bike Akkus: Das sollten Sie wissen

Während ein herkömmliches Fahrrad mit reiner Muskelkraft betrieben werden muss, übernimmt bei E Bikes ein Elektromotor einen Teil des Antriebs. Dieser Motor braucht einen leistungsstarken und zuverlässigen Akku, der ihn mit dem dafür benötigten Strom versorgt. In diesem Ratgeber können Sie nachlesen, wie sich verschiedene Akku-Arten unterscheiden und welche Vor- und Nachteile sie jeweils mit sich bringen. Außerdem haben wir für Sie unter anderem recherchiert, welche Einflüsse sich auf die Reichweite eines E Bike Akkus auswirken und wie Sie mit der optimalen Pflege das Maximale aus Ihrem Akku herausholen können.

Welche Arten von Ebike Akkus gibt es?

Nicht jeder E Bike Akku ist gleich. Zum einen werden die verschiedenen Akku-Typen nach Bauart und Funktionsweise unterschieden. Derzeit werden folgende vier Akku-Typen hergestellt:

  • Nickel-Kadmium-Akkus (seit 1950 in Gebrauch)
  • Nickel-Metall-Hydrid-Akkus (seit 1990 in Gebrauch)
  • Lithium-Ionen-Akkus (seit 1991 in Gebrauch)
  • Lithium-Ion-Polymer-Akkus (seit 1999 in Gebrauch)

Die heute am häufigsten verwendeten und leistungsstärksten Akkus sind die Lithium-Ionen- und Lithium-Ion-Polymer-Akkus. Sie verfügen über die längere Lebensdauer, lassen sich schneller aufladen und verfügen auch bei hoher Leistung über ein eher leichtes Gewicht.

Zum anderen werden E Bike Akkus auch nach der Handhabung unterschieden. Je nach dem, an welcher Position ein Akku angebracht wird, verändert sich unter anderem auch der Schwerpunkt des E Bikes, was sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen kann. Diese Möglichkeiten gibt es:

  • E-Bike Akku auf dem Gepäckträger
  • Aufgesetzter Akku am E-Bike Rahmen oder hinter dem Sitzrohr
  • Semi-integrierter E-Bike Akku
  • Intube-/Powertube-Akku (in den Rahmen vollintegrierter E-Bike Akku)

Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ebike Akku-Arten?

An welcher Stelle ein Akku-System am E Bike positioniert ist, hat nicht nur optische Auswirkungen, sondern beeinflusst auch das Fahrverhalten, die Stabilität und die Pflegebedürftigkeit. Diese Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Akku-Platzierungen:

Gepäckträger-Akku
Vorteile:
✔️lässt sich leicht montieren und abnehmen

✔️günstig in der Anschaffung

✔️unbehinderter Einstieg

Nachteile:
❌optisch sehr schwerfällig

❌Gewicht ist hecklastig

❌anfällig für Schmutz, Nässe und Steinschläge

Aufgesetzter Rahmen-Akku
Vorteile:
✔️Kompakte Bauform

✔️Tiefer Schwerpunkt

✔️Niedriger Preis

✔️Kein Hohlraum im Rahmen, hohe Rahmenstabilität

Nachteile:
❌bei Stürzen gefährdet

❌anfällig für Schmutz, Nässe und Steinschläge

❌optisch auffällig

Semi-integrierter Akku
Vorteile:
✔️Optisch unauffällig

✔️Vor Umwelteinflüssen gut geschützt

✔️Leicht zu entnehmen

✔️Tiefer Schwerpunkt

Nachteile:
❌benötigt breiten Rahmen

❌geringe Rahmenstabilität durch Hohlraum

Vollintegrierter Akku
Vorteile:
✔️Optisch unauffällig

✔️E-Bike gut steuerbar durch steife Position

✔️Guter Schutz vor Wettereinflüssen wie Steinschlägen oder Nässe

✔️Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und Frost

Nachteile:
❌hoher Preis

❌hohes Gewicht

❌geringe Rahmenstabilität durch Hohlraum

Video-Empfehlung zu den Themen: Akkukapazität, Akkuarten und Akkuposition

Wie hängt der Akku mit der Reichweite von Ebikes zusammen? Wovon hängt die Reichweite noch ab?

Die Reichweite eines Pedelec Akkus ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Manche dieser Faktoren betreffen den Akku oder das E Bike selbst und andere haben mit den äußeren Einwirkungen auf den E Bike Akku, wie etwa mit den Wetterbedingungen oder den Bodenverhältnissen, zu tun. Folgende Eigenschaften des E Bike Akkus und Verhaltensweisen des Fahrers haben einen Einfluss auf die Entfernung, die mit einer vollen Akkuladung zurückgelegt werden kann:

  • Akkukapazität und Akkuleistung: Je höher die Ladekapazität eines E Bike Akkus, desto höher auch die mögliche Reichweite. Meist verfügen die verwendeten Akkus über eine Kapazität von etwa 400 bis 500 Wattstunden (Wh), mit der circa 130 bis 200 km Reichweite erzielt werden kann. Die Akkuleistung sinkt aber mit der Zeit und um so mehr bei mangelhafter Pflege, sodass unter Umständen immer geringere Entfernungen zurückgelegt werden können.
  • Sachgemäße Pflege des E Bikes: Sind die Reifen des E Bikes nicht genügend gefüllt, wirkt sich das negativ auf die Reichweite des Akkus aus. Daher ist es wichtig, den Reifendruck regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf anzupassen. Ebenso bedeutsam ist es, die mechanischen Teile des E Bikes hin und wieder sorgsam zu reinigen und zu ölen (nicht die Bremsen).
  • Leistung des Motors: Auch die jeweilige Motorleistung hängt direkt mit der Reichweite des E Bike Akkus zusammen. Besonders effizient sind Motoren mit Energierückgewinnungsfunktion. Dadurch wird die beim Bremsen oder bei Abfahrten produzierte Energie in den Motor und den Akku zurückgespeist.
  • Gewicht: Der Akku wird umso mehr beansprucht, je mehr Gewicht auf das E Bike einwirkt. Eine Rolle spielen hierbei das Gewicht des Fahrers sowie das Gesamtgewicht der Zuladung.
  • Fahrgewohnheiten: Der Akku wird geschont, wenn stets ein möglichst niedriger Gang gewählt wird. Der Stromverbrauch fällt ebenso bei einer gleichmäßigen und etwas höheren Trittfrequenz im Vergleich geringer aus. Da besonders die Anfahrt sehr stromintensiv ist, sollte zur Schonung des Akkus ein zu häufiges Stop and Go vermieden werden.

Passt jeder Akku zu jedem Ebike? Kann man nachrüsten?

Der Akku ist das Herzstück eines jeden E Bikes oder Pedelecs. Lässt der Akku mit der Zeit zu sehr nach oder geht er kaputt, gibt es die Möglichkeit zum Ebike-Neukauf oder zum Nachrüsten des Akkus. Ist der Motor des E Bikes noch leistungsstark, stellt sich der Kauf eines Ersatzakkus jedoch meist als die bessere und vor allem günstigere Alternative heraus.

Beim Nachrüsten eines Ebike Akkus steht es einem offen, ob man sich für das Original oder für einen (meist deutlich preiswerteren) Nachbau entscheidet. Das wichtigste Kaufkriterium stellt hier die Kompatibilität dar. Da verschiedene Positionen für die Montage von Akkumulatoren am E Bike infrage kommen, sollte beim Kauf unbedingt auf eine Übereinstimmung dahingehend geachtet werden. Wird der Akku also beispielsweise unter dem Gepäckträger angebracht, muss sich logischerweise für ein Ersatzakku entschieden werden, der ebenfalls dort befestigt werden kann. Außerdem muss der Akku zum verbauten Antriebssystem passen. Informationen dazu findet man in der Herstellerbeschreibung des neuen Akkus. Idealerweise können die Informationen des alten Akkus mit denen des neuen Modells verglichen werden. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass die Kompatibilität gegeben ist.

Wie wird ein Ebike Akku geladen? Gibt es Schnelllademöglichkeiten?

Der Akku eines E Bikes oder Pedelecs kann mithilfe des zugehörigen Ladekabels an jeder gewöhnlichen Steckdose oder unterwegs an einer Ladestation aufgeladen werden. Die Kompatibilität eines Akkus ist mit jeder herkömmlichen 230 V Steckdose gegeben. Wie viel Zeit bis zur vollständigen Aufladung eines E Bike Akkus vergeht, wird von der jeweiligen Akkukapazität und der Leistungsfähigkeit des Ladegeräts bestimmt. Außerdem variiert die genaue Ladezeit je nach Alter und Marke des Akkus. Ähnlich wie beim Smartphone gibt es darüber hinaus auch Schnellladegeräte, die die Ladezeit insgesamt stark verkürzen, dafür aber für eine höhere Temperaturentwicklung am Ladegerät und am Akku sorgen. Auf diese Weise ergibt sich eine ungefähre Ladedauer von zwei bis sieben Stunden für eine vollständige Aufladung.

Akkupflege – Wie lebt der Ebike Akku möglichst lange?

Die Lebensdauer eines E Bike Akkus ist auf etwa 500 bis 1.000 Ladezyklen begrenzt. Dabei entspricht ein Ladezyklus dem Aufladen eines leeren Pedelec Akkus auf seine volle Ladekapazität. Wie oft ein Akku im Gebrauch tatsächlich aufgeladen werden kann, hängt auch von der Pflege ab, die dem Akku zuteil wird. Vor allem folgende Faktoren spielen hierbei eine wichtige Rolle:

  • Der E-Bike Akku sollte möglichst immer eine Ladekapazität zwischen 30 und 70 % aufweisen. Eine vollständige Entladung ist unbedingt zu vermeiden. Auch eine zu lange Ladezeit kann sich negativ auf die Lebensdauer von Pedelec Akkus auswirken.
  • Extreme Temperaturen können dem E-Bike Akku sehr schaden. Insbesondere von Frost und langanhaltender, direkter Sonneneinstrahlung sollten die Akkus ferngehalten werden. Zwischen 5 und 25 ° Celsius fühlen sich Pedelec Akkus am wohlsten.
  • Die optimale Temperatur für die Aufladung ist Zimmertemperatur.
  • Die Reinigung sollte lediglich mit einem feuchten Tuch vorgenommen werden. Die Verwendung von Wasser oder Hochdruckreinigern kann gefährliche und in der Funktion einschränkende Auswirkungen auf das E-Bike Akku haben.
  • Für die Aufladung ist idealerweise nur das originale E-Bike Akku Ladegerät zu benutzen.

Video-Empfehlung: Richtige Akku Pflege

Welche bekannten Ebike Akkuhersteller gibt es?

Mittlerweile gibt es auf dem Markt eine recht große Auswahl an Herstellern und Marken für E Bike Akkus. Daher könnte es dem ein oder anderen schwerfallen, sich für eine bestimmte Marke zu entscheiden. Bei der Auswahl sollte nicht nur der Preis und das Design des E Bike Akkus im Vordergrund stehen, sondern ebenso die Erfahrung und das Qualitätsmanagement des Herstellers. Ebenso wichtig ist die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und der Support, den der Händler seinen Kunden bietet.

Zu den Marktführern im Bereich der E Bike Akkus gehören Bosch, Yamaha und Panasonic. All diese Hersteller haben E Bike Akkus für verschiedene Antriebsarten und Akkupositionen im Repertoire. Besonders Bosch hat sich als einer der größten und wichtigsten Akku-Hersteller herauskristallisiert und bietet fast für jedes E Bike Ersatzakku-Systeme an. Panasonic verkauft hauptsächlich Rahmen-Akkus, überzeugt jedoch durch Innovation und eine hohe Reichweite der Akkus. Wer auf eine kompakte Bauweise Wert legt, für den sind die Akkus des japanischen Unternehmens Yamaha eine gute Wahl. Der Händler hat sowohl verschiedene Rahmen- als auch Gepäckträger-Akkus im Angebot und ermöglicht eine besonders kurze Ladedauer.

Neben den genannten Spitzenreitern unter den E-Bike-Herstellern gibt es noch viele weitere Optionen. Sparfüchse sollten sich beispielsweise die Produkte der Marken LionTec, SEASON oder Maratron ansehen, die ebenfalls solide Ergebnisse liefern.

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