E-Bike vs. E-Scooter Lea Bauer
RegioRad Pedelec
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RegioRad Pedelec 13 Bilder

E-Scooter gegen E-Bike

E-Scooter und E-Bike: Fortbewegungsmittel der Zukunft?

E-Bikes sind schon ziemlich lange auf dem deutschen Markt vertreten. Im Juni 2019 kam ein neuer Trend hinzu: E-Scooter. Wir vergleichen die beiden Fortbewegungsmittel auf ihre Umweltfreundlichkeit und ihr Potenzial, das Auto zu ersetzen.

Themenübersicht

Übrigends: ELEKTROBIKE-Praktikantin Lea Bauer hat einen Praxistest E-Scooter vs. Leih-E-Bike gemacht. Den Artikel dazu finden Sie hier.

Die wichtigsten Fakten über E-Scooter

E-Scooter vs. E-Bike
Lea Bauer
Nach einer Eingewöhnungsphase macht das Fahren mit den E-Scootern richtig Spaß.

Seit dem 15. Juni 2019 dürfen E-Scooter legal in Deutschland fahren. Erste Leihunternehmen rüsten nun die Städte mit den elektrischen Rollern aus. In Stuttgart gehen die Marken Lime, Voi und Circ an den Start. Deutschlandweit agieren zusätzlich weitere Anbieter wie Bird, Tier und Uber Jump.

Die Ausleihdienste arbeiten mit Apps, über die die Scooter geliehen werden können. Nach der Fahrt müssen die Scooter nicht zurück zu einer Ausleihstation gebracht werden. Der Fahrer kann sie dort abstellen, wo er gerade hingefahren ist.

Aber Halt: Nicht überall ist das Abstellen erlaubt. In den Apps sind alle Bereiche markiert, an denen das Abstellen verboten ist. Das Zustellen von Gehwegen und Zugängen ist darüber hinaus auch untersagt.

Landet doch mal ein Scooter in einem verbotenen Bereich, muss er von der Verleihfirma entfernt werden – in Stuttgart haben die Verleihfirmen das zumindest in einer freiwilligen Selbstverpflichtung versprochen. Verstoßen sie gegen diese Vereinbarung, wird der Roller kostenpflichtig von der Stadt entfernt. In Köln werden mittlerweile sogar die Nutzer in Rechenschaft gezogen.

Ein Scooter liegt auf dem Gehweg.
Lea Bauer
7:35 Uhr morgens in Stuttgart: Ein Lime-Scooter liegt auf dem Gehweg vor dem Verlagshaus der Motor Presse. Am Abend war er wieder aufgestellt und korrekt geparkt.

Hört sich eigentlich ziemlich organisiert an. Allerdings scheinen einige Nutzer die Regeln nicht zu kennen. In Stuttgart beispielsweise können täglich Roller gefunden werden, die Gehwege zustellen oder andersweitig falsch geparkt werden. Wie lange es dauert, bis der Scooter umgeparkt wird, ist fraglich.

Darüber hinaus ist es schwer zu sagen, ob der Scooter von einem Lime-Mitarbeiter, der Stadt oder einem Passant, der sich dazu berufen fühlt, verschoben wird. Morgens liegt der Scooter auf dem Gehweg, nachmittags wurde er an einer Hauswand platziert: Wer hier die Aufräumaktion durchgeführt hat, ist unklar. Bei Bird sind immerhin sogenannte „Bird Watcher“ angestellt, die dafür sorgen sollen, dass die Scooter richtig geparkt sind und funktionieren.

E-Scooterfahren = umweltfreundlich?

  •  Aufladeprozess
  •   verwendeter Strom
  •  Lebensdauer
  •  Herstellung
  •  Entsorgung

Sie sind praktisch, elektrisch betrieben und verursachen weniger CO2-Ausstoß als PKW. Im ersten Moment denken viele, dass diese Parameter ausreichen, um bei E-Scootern von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zu sprechen. Allerdings sollte dabei nie der Vergleichspartner vergessen werden. E-Scooter sind vielleicht umweltschonender als PKW, doch macht sie das allgemein zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln?

Nach der Benutzung müssen E-Scooter in der Regel nicht zurück zu einer Ladestation gebracht werden. Daher gestaltet sich der Aufladeprozess häufig nicht umweltfreundlich: Transporter fahren nachts durch die Städte, sammeln die Scooter ein und laden die Akkus auf.

Bei den Anbietern Lime und Bird gibt es mittlerweile immerhin eine alternative Methode: Privatpersonen sammeln die Scooter ein und laden sie zuhause an ihren Steckdosen. Allerdings fragt sich, wie viel Erfolg diese Variante haben wird. Wie viele Menschen sind bereit die E-Scooter mit nach Hause zu nehmen und mit dem eigenen Strom aufzuladen?

Immerhin erhalten die sogenannten „Juicer“ von Lime nur circa 4 Euro pro Scooter – und das auch nur, wenn sie ihn vor 8 Uhr morgens zu 95 % geladen an eine vorgeschriebene Station gebracht haben. Umweltfreundlich ist diese Version allerdings auch nicht immer, denn nicht jeder Juicer führt seine Aufsammel- und Abgabeaktion zu Fuß durch, viele fahren auch mit dem Auto.

Der Anbieter Tier brachte im November ein neues Scooter-Modell auf den Markt, das über herausnehmbare Akkus verfügt. Statt die gesamten Scooter zum Laden einzusammeln, will der Anbieter von nun an lediglich den Akku wechseln.

Auch der Strom, mit dem die Scooter fahren, wird nicht unbedingt immer aus nachhaltigen Energiequellen gewonnen. Bei Lime und Bird kommt es vor allem darauf an, woher der „Juicer“ seinen Strom bezieht. In deutschen Haushalten stammen laut „Jahresauswertung zur Stromerzeugung in Deutschland“ (2018) vom Frauenhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) gerade einmal 40 % Strom von erneuerbaren Energiequellen.

Auch wenn die E-Scooter von den Firmen selbst geladen werden, handelt es sich bei dem Strom nicht immer ausschließlich um Ökostrom. Manche Anbieter, wie beispielsweise Circ, äußern sich zu dieser Thematik gar nicht. Tier redet immerhin gerade „mit verschiedenen Anbietern, um zu einem möglichst hohen Anteil an Ökostrom zu kommen und im Idealfall ausschließlich Ökostrom zu benutzen“.

Lime E-Scooter
Lea Bauer
Zum Laden werden Lime-E-Scooter von Privatpersonen, sogenannten Juicern, eingesammelt und zuhause geladen.

Genauso spricht auch die Lebensdauer der E-Scooter nicht für ihre Umweltfreundlichkeit. Das deutsche Umweltbundesamt hat bereits unbestätigte Zahlen aus Kentucky, Louisville (USA) vorliegen, die bei Verleihern von E-Scootern auf eine relativ kurze Nutzungsdauer von 28 bis 32 Tagen hinweisen. Teilweise wird auch von drei Monaten gesprochen, manche Verleiher geben inzwischen immerhin Lebensdauern von über 12 Monaten an.

Die anschließende Herstellung neuer Exemplare ist vor allem auf Grund der Akkus energieintensiv und ressourcenaufwendig. Beim Akku handelt es sich in der Regel um einen Lithium-Ionen-Akku. Diese Akkus können Kobalt, Nickel, Kupfer, Aluminium und andere teilweise kritische Rohstoffe enthalten. Diese Bestandteile stammen aus weit entfernten Ländern, Kobalt zum Beispiel zur Hälfte aus dem Kongo, wo sie teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen aus den Tiefen der Erde gewonnen werden. Im Kongo gibt es einige illegale Mienen, die nicht kontrolliert werden und dadurch einsturzgefährdet sind. Kinderarbeit und Sklaverei sollen hier keine Einzelfälle sein. Genauso sind leider auch Kriege um Rohstoffe keine Ausnahme.

Neben den Auswirkungen für die Menschen, ist auch die Umwelt von der Rohstoff-Gewinnung betroffen. Dass gerade die Bohrungen bis tief in die Erde keine umweltfreundliche Vorgehen sind, muss nicht weiter erläutert werden.

In der Regel sind in E-Scootern ähnliche Akkus wie in E-Bikes verbaut. Die CO2-Bilanz der Herstellung einer solchen Lithium-Ionen-Batterie entspricht laut Alexander Jung, Mobilitätsexperte bei der Agora Verkehrswende (Thinktank der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation), in etwa einer Bahnfahrt von Berlin nach Köln.

Die Entsorgung der E-Scooter darf natürlich nicht über den Hausmüll erfolgen. Sie müssen zu Wertstoffhöfen gebracht oder bei großen Händlern, etwa Elektromärkten, abgegeben werden. Der Akku muss vor der Entsorgung des E-Scooters, falls dies möglich ist, herausgenommen werden und in der Altbatteriesammlung landen.

Eine EU-Richtlinie schreibt allen Mitgliedstaaten vor, lithiumhaltige Batterien (wie die Akkus der E-Scooter) zu mindestens 50 % zu recyclen. Falk Petrikowski vom Umweltbundesamt weißt darauf hin, dass dieser Prozentsatz zum Großteil bereits durch die automatisierte oder manuelle Demontage von Hülle, Verkabelungen und Komponenten zur Kühlung der Zellen erreicht werden kann.

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E-Scooter als Autoersatz?

  •  Reichweite
  •  Übergangsmedium
  •  Umwelteinflüsse
  •  Transport
  •  Bequemlichkeit
  •  Nutzungsverhalten

Die Frage, ob E-Scooter als Autoersatz fungieren können, kann nur mit einem „kommt darauf an“ beantwortet werden. Bei kurzen Strecken, die der Nutzer ansonsten auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen kann, ist der E-Scooter sicherlich eine gute Alternative. Gerade die Leih-Scooter von Lime sollen bis zu 60 km zurücklegen können. Auf Grund des Komforts ist allerdings trotzdem davon auszugehen, dass die wenigsten Strecken von über 10 Kilometer auf dem E-Scooter zurücklegen werden. Als Autoersatz kann der Scooter daher nur bei Kurzstrecken dienen. Gerade wenn das Ziel zu Fuß nicht rechtzeitig erreicht werden kann, schafft der E-Scooter Abhilfe.

Am sinnvollsten ist wohl die Verwendung des E-Scooters als Übergangsmedium, zum Beispiel um vom zu Hause zu einer Bahnhaltestelle zu gelangen. Der Begriff Übergangsmedium beschreibt hier die Verwendung des Verkehrsmittel um zu einem anderen Verkehrsmittel zu gelangen. Der E-Scooter wird also nicht für die gesammte Strecke, sondern nur für eine Teil-Strecke verwendet.

Allerdings können äußere Einflüsse, wie das Wetter, dafür sorgen, dass selbst kurze Strecken mit dem Auto gefahren werden: Wenn es regnet, kalt ist, oder der Wind weht, sträuben sich vermutlich einige davor, zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Auf den E-Scooter wird die Wahl hier dann wohl auch nicht fallen.

Lime E-Scooter
Lea Bauer
Ausflüge mit E-Scootern? Die Transportmöglichkeiten schränken ein.

Zudem sind die Transportmöglichkeiten am E-Scooter sehr eingeschränkt. Klar, der Rucksack kann auf dem Rücken getragen werden, aber sonst? Größere Transporte wie ein Paket oder die Aktentasche mit dem E-Scooter? Kaum machbar.

Ein Argument kann bei den Scootern allerdings nicht angeführt werden: Zu faul zum E-Scooter fahren wird wohl niemand sein. Aufsteigen und losfahren!

Zum Nutzungsverhalten gibt es bereits erste Studien: Bei der Datenerhebung „Usages et usageres des Trottinettes électrique en free-floating en france“ von 6t-bureau de recherche wurden 2019 über 4000 Verleih-E-Scooter-Nutzer in Paris befragt. Die Umfrage zeigt, dass 44 % der Befragten ohne Roller zu Fuß gegangen wären, 30 % hätten den öffentlichen Nahverkehr genutzt und 12 % wären per Fahrrad ans Ziel gekommen. Insgesamt hat der Scooter daher zu 86 % Verkehrsmittel ersetzt, die ohnehin umweltschonend sind.

Jetzt sind Sie gefragt:

Umfrage

Welche Fortbewegungsart könnte der E-Scooter für Sie am ehesten ersetzten?
16 Mal abgestimmt
Zu Fuß gehen
Fahrrad fahren
Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Auto- oder Taxifahrten
Sonstiges

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Die wichtigsten Fakten über E-Bikes

E-Scooter vs. E-Bike
Lea Bauer
Auch wenn das E-Bike nicht perfekt gefedert ist, wurde ich nicht unangenehm durchgeschüttelt.

E-Bikes sind schon länger Verkehrsmittel im deutschen Verkehr. Es wird zwischen Pedelecs und S-Pedelecs unterschieden. Pedelecs unterstützen den Fahrer nur bis zu 25 km/h, während S-Pedelecs auf 45 km/h kommen können.

Mittlerweile gibt es einige Unternehmen, die Pedelecs zum Leihen anbieten. In Stuttgart gibt es die Firma RegioRad, in ganz Deutschland kommen Mobike, Jump, Limebikes und weitere Anbieter zum Einsatz. Die Firmen Mobike, Jump und Limebikes funktionieren ähnlich wie die Scooter-Verleiher: Mit einer App werden die Bikes geliehen, anschließend können sie stationsungebunden wieder abgestellt werden.

Die RegioRad-Modelle hingegen müssen an ausgewiesenen Stationen zurückgegeben werden. Neben E-Bikes bietet der Anbieter auch Lastenbikes und normale Räder an.

E-Bikefahren = umweltfreundlich?

  •   Aufladeprozess
  •   verwendeter Strom
  •  Herstellung
  •  Lebensdauer
  •  Entsorgung

Es liegt auf der Hand, warum E-Bikes häufig als guter Ersatz für Autos angesehen werden: Sie verursachen deutlich weniger CO2-Emissionen, Feinstaub und Stickstoffoxide als PKW. Normale Fahrräder haben diese Vorteile zwar auch, doch für die meisten Fahrer wären langen Distanzen und hohen Geschwindigkeiten ohne Unterstützung vermutlich zu anstrengend. Allerdings gibt es ähnlich wie beim E-Scooter auch einige Aspekte, die gegen die Umweltfreundlichkeit von E-Bikes sprechen können.

Je nach Anbieter müssen die Pedelecs nach der Fahrt wieder zu einer Station gebracht werden. Dort können sie dann auch direkt aufgeladen werden. Der Aufladeprozess gestaltet sich hier daher um einiges leichter als beim E-Scooter. Es bleibt allerdings fragwürdig, woher die Anbieter ihren Strom beziehen. Zudem gibt es beispielsweise bei RegioRad teilweise nur zwei Ladesäulen an einer Bike-Station. Sind diese besetzt, wenn der Fahrer sein Pedelec abgeben möchte, kann dieses nicht sofort geladen werden. Damit doch noch eine Ladung erflogt, muss das Pedelec zu einem späteren Zeitpunkt umgeparkt werden – es fragt sich, wer diese Aktion vollbringt. Wie bereits erwähnt, gibt es zudem einige Anbieter, bei denen die Bikes nicht zurück zur Station gebracht werden müssen. Dann ist der Aufladeprozess genauso umweltbelastend wie bei den E-Scootern.

RegioRad Pedelec
Lea Bauer
Die Pedelecs von RegioRad können nur an blauen Stationen geladen werden.

Genauso wie beim E-Scooter ist auch im E-Bike ein Lithium-Ionen-Akku verbaut. Daher treten hier die gleiche Umweltprobleme wie bei der E-Scooter-Herstellung auf.

Allerdings gibt es für E-Bike-Fahrer eine kleine Entwarnung: Laut dem deutschen Umweltbundesamt sind die CO2-Emissionen der Akkuproduktion nach durchschnittlich 165 Kilometern, die man mit dem E-Bike statt mit dem Auto fährt, kompensiert. Spätestens dann ist der Fahrer mit dem E-Bike umweltfreundlicher unterwegs als mit einem Benzin- oder Diesel-Auto. Die Problematik der Inhaltsstoffe (Kobalt, Nickel,...) bleibt allerdings bestehen.

Auch in puncto Lebensdauer hat das Pedelec im Vergleich zum E-Scooter die Nase vorne. Die Akkus halten je nach Herstellerinformationen zwischen 500 und 1000 Voll-Ladezyklen. Insgesamt entspricht das einer Lebensdauer von circa fünf Jahren.

Die Entsorgung gestaltet sich bei Pedelecs genauso wie bei E-Scootern. Sie dürfen nicht in den Hausmüll und müssen zu ausgewiesenen Wertstoffhöfen gebracht oder in Fahrradfachmärkten abgegeben werden. Natürlich sollte auch hier der Akku zuvor entnommen werden und bei der Altbatteriesammlung landen. Auch in puncto Akku-Recycling gilt hier die Vorschrift von 50%.

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E-Bike als Autoersatz?

  •  Reichweite
  •  Nutzungsverhalten
  •  Umwelteinflüsse
  •  Bequemlichkeit
  •   Übergangsmedium

Diese Frage ist äußerst schwierig zu beantworten. In der Theorie können Pedelecs Autos sicherlich stückweise ersetzen. Gerade bei kürzeren Strecken von ca. 40 Kilometern kann das Elektrobike problemlos eingesetzt werden. Daher sind vor allem Pendler Zielgruppe des neuen Trends. Allerdings gibt es sowohl äußere als auch persönliche Bedingungen, die den Griff zum E-Bike erschweren können. So kann es zum Beispiel sein, dass der Fahrer aufgrund von Wind und Regen, doch wieder das Auto verwendet, oder der Pendler schlicht zu faul zum Radfahren ist.

Um die Frage noch einmal direkt zu beantworten, kann die Studie von fahrrad.de mit ca. 1.000 Teilnehmer im Alter zwischen 20-70 Jahren herangezogen werden. 50% der Befragten waren der Meinung, dass das E-Bike das Auto stückweise ersetzen kann. 28% glauben, dass das E-Bike weitestgehend an die Stelle des Autos im Stadtverkehr treten kann. Gerade einmal 16% denken, dass das E-Bike nicht dazu beiträgt, dass das Auto stehen gelassen wird.

Kurz zum Nutzungsverhalten: Fahrräder (auch Pedelecs) werden laut Fahrrad Monitor 2019 (eine Online-Befragung mit 3.053 in Deutschland lebenden Personen zwischen 14 und 69 Jahren) zu 66 % mindestens ein paar mal im Monat für kurze Erledigungen wie beispielsweise zum Einkaufen genutzt. 51 Prozent der Berufstätigen nutzen mindestens ein paar mal pro Monat das Rad auf dem Weg zur Arbeits- oder Fortbildungsstätte, 58 Prozent auf dem Weg zur Bildungsstätte (Schule/Universität/Ausbildung).

RegioRad Pedelec
Lea Bauer
Akkureichweite und Motorleistung bestimmen die Einsatzmöglichkeiten des E-Bikes und inwieweit es das Auto ersetzen kann.

Umwelteinflüsse und Bequemlichkeit: Des Weiteren wurden bei der Studie Gründe identifiziert, warum manche Pendler bei ihren Kurzstrecken nicht zum Fahrrad (egal ob Pedelec oder normales Rad) greifen: 42 % sagen, dass der Weg zu weit ist, 41 % bemängeln, dass sie beim Fahren Wind und Wetter ausgesetzt sind. Weitere 19 Prozent fahren nicht mit dem Rad zur Arbeit/Bildungsstätte, weil es ihnen zu gefährlich ist.

Ob Pedelecs auch bei längeren Strecken genutzt werden, hängt ganz vom Fahrer ab. Auch ohne elektrischen Antrieb gibt es einige Menschen, die nur mit ihrem Fahrrad weite Strecken zurücklegen. Diese Leute werden wohl auch ihr Pedelec an das 160 Kilometer entfernte Ziel steuern. Wer allerdings nicht so gerne Rad fährt, wird wohl die Finger von einer größeren Reise mit E-Bike lassen. Auch wenn die Transportmöglichkeiten für einen kürzeren Trip sicherlich ausreichen würden.

Natürlich kann das Fahrrad auch als Übergangsmedium verwendet werden. Bei der Umfrage des Fahrrad Monitor 2019 geben 8 Prozent (berufstätig) bzw. 25 Prozent (in Ausbildung) an, das Fahrrad mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kombinieren. Allerdings ist das nur entspannt möglich, wenn das Bike stationsunabhänig abgegeben werden kann, an Ziel- und Startposition eine Leihstation in nächster Nähe vorhanden ist, oder das Bike mit in die Bahn genommen werden kann.

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Welche Fortbewegungsart könnte das E-Bike für Sie am ehesten ersetzten, bzw. ersetzt es schon?
16 Mal abgestimmt
Zu Fuß gehen
Fahrrad fahren
Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Auto- oder Taxifahrten
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Zwischenfazit

Das E-Bike gewinnt den Umwelt-Vergleich! Bei Verrechnung der  und  Bewertungen kommt das E-Bike mit einem  davon, der E-Scooter hingegen schneidet mit sechs  ab.

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Straßenverkehrsregeln

  E-Scooter Pedelec
Verwendung von Radwegen und Radstreifen Vorgeschrieben (wenn nicht vorhanden, darf auf der Straße gefahren werden) Vorgeschrieben (wenn nicht vorhanden, darf auf der Straße gefahren werden)
Bremsen und Beleuchtungsanlagen Vorgeschrieben Vorgeschrieben
Fahren auf Gehwegen und in Fußgängerzonen Verboten Verboten
Führerschein Nicht notwendig Nicht notwendig
Mindestalter 14 Jahre Kein Mindestalter
Mindestalter Leihen 18 Jahre 18 Jahre
Max. Geschwindigkeit 20 km/h 25 km/h
Fahren mit Handy Verboten (Punkte in Flensburg) Verboten (55 Euro Strafe)
Fahren über eine rote Ampel Geldstrafe zwischen 60 und 180 Euro Geldstrafe zwischen 60 und 100 Euro und 1 Punkt in Flensburg
Einbahnstraßen in entgegengesetzter Richtung befahren Nur, wenn es ein Straßenschild erlaubt Nur, wenn es ein Straßenschild erlaubt
Mitnahme im öffentlichen Verkehr Zusammengeklappt kostenlos, sonst mit Fahrrad-Fahrkarte Meist nur mit Fahrrad-Fahrkarte (Regelungen wie beim normalen Fahrrad beachten)
Alkoholpegel als Ordnungswiedrigkeit 0,5 - 1,09 Promille. Konsequenz: Bußgeldbescheid von 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg  
Alkoholpegel bei Unfall gilt als Straftat Ab 0,3 Promille, wenn der Fahrer ein auffälliges Verhalten aufweißt. Konsequenz: Geldstrafe, 2-3 Punkte in Flensburg, die Entziehung der Fahrerlaubnis, Sperrfrist und gegebenfalls eine Freiheitsstrafe Ab 0,3 Promille, wenn der Fahrer ein auffälliges Verhalten aufweißt. Konsequenz: Geldstrafe und Punkte in Flensburg
Alkoholpegel als Straftat Ab 1,1 Promille. Konsequenz: Geldstrafe, 2-3 Punkte in Flensburg, die Entziehung der Fahrerlaubnis, Sperrfrist und gegebenfalls eine Freiheitsstrafe Ab 1,6 Promille. Konsequenz: 3 Punkte in Flensburg, Geldstrafe und medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)
Gemeinsames Fahren Nicht erlaubt: Fahren im Doppelpack kostet 15 Euro Kinder dürfen in Anhänger oder Fahrrad-Kindersitz mitgenommen werden

In puncto Alkohol richtet sich die Regelung bei E-Scootern nach den Bestimmungen für Autofahrer. E-Bikes hingegen halten sich an die Richtlinien für Fahrräder.

Wie heißt es doch so schön: Regeln sind da um gebrochen zu werden? In Herne, einer Stadt nahe Dortmund ist das nicht möglich. Hier greifen die Regeln nämlich eigenständig durch. Dazu hat sich Herne digital abbilden lassen und die Karte mit Zusatzinformationen versehen. Wenn der Scooter sich der Fußgängerzone nähert, wird die Beschleunigung abgeschaltet und er muss geschoben werden.

Übrigens: Herne ist die erste deutsche Stadt, die sich mit E-Scootern ausstatten ließ.

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E-Bike vs. E-Scooter
Beratung

Weitere Problemfelder

Problemzeit Winter

UB Video Mehr Reichweite im Winter: 7 Tipps für E-Biker
Im Winter kann auch das Fahren eines E-Bikes gefährlich sein.

E-Scooter zählen bereits an warmen Tagen zu Verkehrsmitteln mit erhöhtem Unfallrisiko. Sie verfügen über keinerlei Knautschzone und ziemlich kleine Räder, die schnell unruhig werden und ins Wanken geraten können. Genauso sind aber auch Fahrräder Verkehrsmittel ohne Knautschzone, die bei schwierigen Umweltbedingungen wie Schnee oder Eis nur schwer zu beherrschen sind. Gerade dünne Reifen mit wenig Profil sind je nach Untergrund schwierig zu handhaben.

„In der Regel sind Radwege im Winter schlechter oder später geräumt. Es ist also mit Rinnen im Schnee, Eisflächen oder Pickeln zu rechnen“, erklärt Siegfried Brockmann, Unfallforscher beim Verband der deutschen Versicherer. Probleme, mit denen sowohl Radfahrer als auch E-Scooter-Fahrer zu kämpfen haben. Der kleinere Raddurchmesser der E-Scooter könnte die Situation allerdings verschärfen.

Aus diesem Grund haben die E-Scooter-Anbieter teilweise vor, ihre Scooter bei schlechten Wetterbedingungen abzuschalten oder zu pausieren. Voi und Tier wollen die E-Scooter bei sehr schlechten Wetterbedingungen wie starkem Regen, Schnee oder Eis pausieren. Auch Uber, Circ und Bird geben an, den Betrieb bei „extremen“ Wetterbedingungen zu unterbrechen. Lediglich Lime bleibt unkonkret darüber, was mit den E-Scootern bei schlechten Wetterbedingungen passieren soll.

Tier brachte zudem im November ein neues Scooter-Modell auf den Markt, das sich auch bei schlechtem Wetter besser fahren soll. Der Scooter kommt mit einem größeren Vorderrad, Hinterradantrieb, verbesserter Bremsleistung und einer helleren Beleuchtung. Des Weiteren verfügt er über ein erhöhtes Gewicht für bessere Bodenhaftung.

Die Bikesharing-Firmen hingegen wollen die Bikes im Winter auf der Straße lassen. Erst, wenn die Nachfrage rapide sinkt, sehr nied­rige Temperaturen herrschen oder viel Streusalz auf den Straßen liegt, behalten sie sich vor, die Bikes doch noch von den Straßen zu holen.

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Datenschutz, Verkehrssicherheit und weitere Probleme

Sowohl E-Scooter als auch E-Bikes arbeiten bei ihrem Leihvorgang mit Apps. Wie sieht es hier mit dem Datenschutz aus? Laut Stiftung Warentest zahlen sowohl die User der E-Scooter-Apps von Circ, Lime, Tier und Voi als auch die der E-Bike-Verleiher mit ihren Daten. Die gemeinnützige Organisation ließ den Daten­strom zwischen den Apps und Servern im Internet von IT-Experten auslesen und will so herausgefunden haben, dass die Apps mehr Daten senden, als eigentlich zur Verwendung des jeweiligen Verkehrsmittels notwendig wären.

Im Laufe der Fahrt, wird der Standort der Nutzer durchgehend geordet. Ob über das Handy oder den Scooter selbst – die Anbieter haben durchgehend Zugang zu den Standortdaten der User. Diese Sammlung ist allerdings zulässig, da die Verleihunternehmen ein berechtigtes Interesse an den Daten haben. Sie müssen kontrollieren, wo der Scooter unterwegs ist und geparkt wird. Fraglich bleibt allerdings, ob diese Daten auch an Dritte weitergegeben werden.

Lime beispielsweise gibt an, die Daten nur gebündelt, ohne Bezug auf die Einzelperson an Dritte weiterzugeben. Ansonsten erfolgt die Weitergabe laut Anbieter nur an Dienstleister/Partner, oder an verbundene Unternehmen, um die Bereitstellung, Wartung und Verbesserung der Dienste zu ermöglichen. Zusätzlich können die Daten auch an gesetzliche Behörden weitergegeben werden, wenn dies erforderlich ist.

E-Scooter vs. E-Bike
Lea Bauer
Das "Handzeichen" erfolgt auf dem Scooter mit dem Fuß.

Auch in puncto Verkehrssicherheit ist der E-Scooter kritisch zu beurteilen. So stellt sich beispielsweiße die Frage, wie die Fahrtrichtung angezeigt werden soll? Bei E-Bikes ist die Antwort ganz klar: Handzeichen. Doch beim E-Scooter? Einige Anbieter bieten mittlerweile E-Scooter-Kurse an, um Fragen wie diese zu beantworten. Beim Blinken wird geraten, statt des Handzeichens das Bein in die Richtung auszustrecken, in die gefahren werden soll. Wackelige Angelegenheit?

Genauso wie bei den Fahrrädern herrscht auch bei den E-Scootern keine Helmpflicht. Allerdings wird auch hier empfohlen Helme zu tragen. Die meisten Nutzer scheinen dies jedoch nicht zu beherzigen. Die Studie „Dockless Electric Scooter-Related Injuries“ von Austin Public Health untersuchte E-Scooter-Unfälle, die sich zwischen dem 5.10.2018 und dem 20.11.2018 in Austin, Texas zugetragen hatten. Von 190 Unfallopfern trug gerade einmal eine Person einen Helm. Die Anbieter scheinen sich dieser Umstände bewusst zu sein und fordern ihre Kunden nachdrücklich dazu auf, Helme zu tragen. Bird hat sogar bereits zwei Kampagnen durchgeführt, um dieses Ziel zu erreichen: 1. Sie verschenkten Helme in den USA und 2. Sie forderten ihre Kunden dazu auf, sogenannte Handyselfies mit Helm zu machen. Durch Hochladen der Selfies in der Bird-App, erhielten die Teilnehmer eine Freifahrt für die Zukunft. Es bleibt fraglich, ob solch eine Aktion auch in Deutschland zu erwarten ist und wie viel Anklang sie dann erfährt. Die meisten Leute tragen vermutlich keinen Helm, weil sie sich spontan zur Fahrt entscheiden, Helm-Selfies sind dann nur vorrübergehend eine Lösung. Ist die Aktion vorbei, werden die Kunden wahrscheinlich wieder ohne Helm unterwegs sein – einfach, weil sie spontan keinen Helm bei sich führen.

Ein weiteres Problemfeld der Scooter ist ihr Image. Viele Leute hegen regelrechten Hass gegen die neuen Verkehrsmittel. In Marseille warfen Jugendliche beispielsweise E-Scooter in das Hafenbecken der Stadt. Die Bauteile eines E-Scooters sind biologisch nicht abbaubar. Darüber hinaus verschmutzt die Restladung des Akkus das Wasser und ist lebensgefährlich für die Unterwassertiere. Leicht zu bergen sind die Roller leider auch nicht: Teilweise liegen sie bereits auf dem Grund und müssen von Tauchern aus dem Wasser geholt werden.

Auch in Deutschland haben die neuen Verkehrsteilnehmer sicherlich nicht nur Freunde. Es bleibt zu hoffen, dass hier zulande keine solchen Eskapaden vonstatten gehen.

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Fazit

Fluch oder Segen? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Sowohl E-Bikes als auch E-Scooter entpuppen sich in unserem Vergleich nicht als uneingeschränkt umweltfreundliche Verkehrsmittel. In puncto Herstellung und Entsorgung ähnlich umweltunfreundlich, in den anderen Punkten hat das E-Bike die Nase ein ganzes Stück vorne.

Dennoch sind sowohl E-Scooter als auch E-Bikes umweltfreundlicher als PKW. Der Scooter kann sehr gut als Übergangsmedium verwendet werden, das E-Bike sogar kürzere Autofahrten ersetzen. Für überfüllte Straßen in Städten sind die beiden Verkehrsmittel daher als Segen anzusehen.

Ersetzten sie allerdings das Zufußgehen oder die Tour mit dem Biorad, haben sie keine positiven Auswirkungen auf die Umwelt. Im Gegenteil: Spazieren oder Radfahren mit der eigenen Muskelkraft ist sehr viel umweltfreundlicher als eine Rad mit Elektroantrieb.

Sind E-Scooter und E-Bikes also eher ein Fluch? Über beide Verkehrsmittel lassen sich schnell ein paar negative Stichpunkte finden: E-Scooter sind unnötig und E-Bikes fahren nur Senioren. Vor allem E-Scooter haben mit viel Gegenwind zu kämpfen. Die Gesellschaft scheint gespalten: die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Einer der Gründe: E-Scooter sind ziemlich gefährlich für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Einige Leute verzichten auf den Helm und auch der Abbiegehinweis muss hier erprobt sein. Des Weiteren werden mit dem Scooter auch gerne mal die Straßenverkehrsregeln missachtet: Fahrten im Doppelpack, Rasereien auf dem Gehweg – vor allem für Fußgänger stellen die Scooter auch eine gewisse Bedrohung dar.

Dennoch sind weder E-Scooter noch E-Bikes als Fluch zu sehen. Der richtige Einsatz mit der richtigen Verhaltensweise im Straßenverkehr machen die Elektrofahrzeuge zu einer sinnvollen Mobilitätsergänzung. Auch wenn sie Autos vermutlich nicht komplett ersetzten können, können sie den PKW-Einsatz reduzieren.

Sie wollen noch mehr über E-Bikes und E-Scooter erfahren? ELEKTROBIKE-Praktikantin Lea Bauer hat einen Praxistest E-Scooter vs. Leih-E-Bike gemacht. Den Artikel dazu finden Sie hier.

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