E-Bike vs. E-Scooter Lea Bauer
RegioRad Pedelec
RegioRad Pedelec
RegioRad Pedelec
RegioRad Pedelec 13 Bilder

Test: Lime und RegioRad Stuttgart

Test: E-Scooter vs. Leih-E-Bike

E-Bikes haben sich auf deutschen Straßen und Radwegen etabliert. Im Juni 2019 kam der neue Trend E-Scooter hinzu. ELEKTROBIKE-Praktikantin Lea Bauer hat beide Verkehrsmittel auf ihre Alltagstauglichkeit getestet.

Themenübersicht

Lea testet RegioRad und Lime in Stuttgart

Um die Vor- und Nachteile von E-Scootern und Pedelecs genauer zu untersuchen, habe ich die beiden Verkehrsmittel in Stuttgart getestet. In puncto E-Scooter habe ich mich für den Verleihanbieter Lime entschieden, beim E-Bike habe ich die Pedelecs von RegioRad, ebenfalls ein Verleiher, getestet.

Wichtige Infos über Lime

Lime E-Scooter
Lime
In Stuttgart sind bereits die E-Scooter-Verleiher Lime (Bild) und Voi tätig.

Lime ist eine E-Scooter-Verleihfirma, die in Amerika und Europa vertreten ist. Um einen Lime-Scooter entsperren zu können, muss der Fahrer den QR-Code des E-Scooters mit der Lime-App scannen, oder das Scooter-Kennzeichen in der App eingeben. Dann kann die Fahrt losgehen.

Nach der Fahrt kann der Scooter stationsunabhängig abgestellt werden. Der Fahrer muss nur beachten, dass er durch den abgestellten Scooter keine anderen Verkehrsteilnehmer behindert – oder einen Bereich verwendet, der in der App als verboten markiert wurde. Zur Einfachheit hat Lime alle verbotenen Plätze rot markiert, und solche, die für die Scooter besonders gut geeignet sind, blau.

Um den Scooter wieder zu sperren, muss einfach der Button „Fahrt beenden“ gedrückt werden. Zur Bestätigung verlangt Lime zudem ein Foto des geparkten E-Scooters.

Ein vollgeladener Lime-Akku soll ca. 60 Kilometer lang halten. Genug um einen längeren Ausflug zu unternehmen oder die Stadt auf dem Scooter zu erkunden. Spaßbremse: Meistens muss man schnell sein und früh morgens einen Scooter leihen, der noch 100 % Ladung hat. Darüber hinaus könnten die eingeschränkten Transportmöglichkeiten und der beschränkte Nutzungsraum (meist dürfen die Scooter nur bis zu einem bestimmten Umkreis der Stadt genutzt werden) die Länge der Tour begrenzen.

Zu den Preisen

  • 1 Euro zum Entsperren
  • 0,25 Euro/Minute

Lime gibt an, dass die Preise je nach Stadt, Wochentag und Tageszeit variieren können. Um also wirklich zu wissen, wie viel der Scooter kostet, muss ihn der Fahrer auf der Karte in der Lime-App anwählen und den angezeigten Tarif beachten.

Wichtige Infos über RegioRad

RegioRad normales Bike
RegioRad
Neben Pedelecs bietet RegioRad auch Fahrräder ohne E-Unterstützung (Bild) an.

RegioRad ist die einzige Pedelec-Verleihfirma in Stuttgart, bei der man die Bikes spontan und auch für kurze Strecken ausleihen kann. Bei anderen Verleih-Anbietern kann man die Bikes nur tagesweise bekommen.

RegioRad gehört zum „Call a Bike“-Service der Deutschen Bahn. Deutschlandweit werden über „Call a Bike“ Fahrräder, E-Bikes und teilweise auch Lasten-Pedelecs angeboten. In Berlin heißt der „Call a Bike“-Service zum Beispiel LIDL Bike, da sie von LIDL gesponsert werden. Der Lebensmittel-Einzelhändler setzt es sich zum Ziel, der nachhaltigste Discounter Deutschlands zu werden und möchte mit dem Sponsoring einen Schritt in diese Richtung gehen.

Die E-Bikes von RegioRad verfügen nur über eine Unterstützungsstufe und 5 Gänge. Diese sollen aber laut Angabe der Bahn für alle Fahrten ausreichen. Wichtig: Ausgeliehene E-Bikes müssen nach der Fahrt wieder an einer Station abgegeben werden – im Gegensatz zu den E-Scootern dürfen sie nicht irgendwo platziert werden. Längere Ausflüge müssen daher im Voraus geplant werden, das Bike kann nur so weit aus der Stadt geführt werden, wie es Abgabestationen in der Umgebung gibt.

Interessantes Gimmick: Für das Ensperren der Bikes erhält der Kunde sogenannte „Social Coins“, die er auf gemeinnützige und soziale Projekte in seiner Umgebung verteilen kann. Pro Social Coin spendet die Deutsche Bahn 1 Cent an das ausgewählte Projekt. Bei der Entleihe eines Bikes erhält der Fahrer 100 Social Coins, und somit einen Euro.

Zu den Preisen

  Basis polygoCard
Je Minute 0,12 Euro 0,10 Euro
Je weitere halbe Stunde 4 Euro 3 Euro
Tagespreis 22,50 Euro 12 Euro

Unabhängig davon, ob sich der Fahrer für die Basic-, oder die polygoCard-Version (die Abo-Karte der Stuttgarter Verkehrsbetriebe) entscheidet, muss er drei Euro bei der Anmeldung zahlen. Dieses Geld ist die Anmeldegebühr für ein Jahr.

Egal ob der Fahrer vor Fahrtantritt den Tagestarif gewählt hat, oder minutengenaue Abrechnung, die Leihgebür übersteigt am Ende nie den Preis des Tagestarifs. Bei Fahrrädern ohne elektrischen Antrieb ist die erste halbe Stunde bei Verwendung der polygoCard kostenlos.

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Der Praxistest

Der Anmeldevorgang

Leihprozess
Lea Bauer
Die RegioRad-App hilft beim Bike-Leihen.

Bevor ich mit der Testfahrt beginnen konnte, musste ich zuerst die Apps downloaden. Die Apps beider Anbieter sind einfach im App-Store zu finden und stehen kostenlos zum Download zur Verfügung. Bei der RegioRad-App ist dann allerdings eine kostenaufwändige Registrierung von drei Euro notwendig, bei Lime ist sie kostenlos.

Auf Grund meiner eigenen Unüberlegtheit kostete mich der Anmeldeprozess bei RegioRad eine Stunde: Statt einer Handynummer trug ich fälschlicherweise meine Haustelefonnummer ein. Als mir das RegioRad-Team dann eine Registrierungs-SMS schicken wollte, war dies natürlich nicht möglich. Also musste ich bei den netten Mitarbeitern anrufen. Die Nummer im Impressum schickte mich allerdings zur falschen Zentrale. Der Mann am Apparat konnte mir dann glücklicherweise die richtige Nummer geben und das Schlamassel beenden.

Die Anmeldung bei Lime verlief dagegen problemlos: Runterladen, Kontodaten anlegen, fertig.

Die Teststrecke

Um E-Scooter und E-Bike miteinander vergleichen zu können, bin ich zwei Teststrecken gefahren. Die erste Strecke führte von meinem Zuhause zur Motor Presse, die zweite Strecke von der Motor Presse zum Hauptbahnhof. Strecke 1 diente dazu, herauszufinden, mit welchem Verkehrsmittel ich schneller an mein Ziel gelange, bei Strecke 2 ging es vor allem um mein Fahrgefühl. Wie fühle ich mich auf dem E-Scooter/dem E-Bike in der Stadt, wenn ich auf derselben Straße wie die Autos fahren muss, oder mir viele Passanten entgegen kommen?

Teststrecke 1
komoot
Strecke 1: Der grüne Punkt mit dem Scooter darüber zeigt an, wo ich den Lime-Scooter gefunden habe. Die roten Punkte mit dem Fahrrad kennzeichnen die RegioRad-Stationen.
Teststrecke 2
komoot
Strecke 2: Die roten Punkte mit dem Fahrrad darüber zeigen an, wo die RegioRad-Stationen sind.

Um das Ergebnis nicht durch meine Unsicherheit zu verfälschen, habe ich die Zeit jeweils auf dem Rückweg gemessen. So hatte ich mich bereits an das Verkehrsmittel gewöhnt.

Erfahrungen bei der E-Bike-Fahrt

E-Scooter vs. E-Bike
Lea Bauer
Bis 25 km/h gibt's Unterstützung, bergab wurde ich aber noch schneller.

Zuerst startete das E-Bike ins Rennen. 2:50 Minuten entfernt von meinem Zuhause war auch schon die erste Leihstation mit zwei Pedelecs. Allerdings sollten die Startschwierigkeiten vom Anfang noch immer nicht ganz vorüber sein. Kurz gesagt: Ich entsperrte drei Bikes. Und, um das Ganze noch zu toppen, ein Bike darunter war nicht mal ein Pedelec.

Wie es dazu kam? Bei dem Entsperrungsprozess war eine Fehlermeldung auf dem Handy zu sehen, die mir mitteilte, dass ich das Bike nicht entsperren konnte. Dumm nur, dass ich es bereits entsperrt hatte. So recht weiß ich immer noch nicht, warum die Fehlermeldung erschienen ist. Vermutlich habe ich wieder wild auf dem Handy herumgedrückt und RegioRad dachte, ich wolle das geliehene Bike erneut leihen. Tipp von mir daher: Ruhe bewahren und im zur Not die RegioRad-Hotline anrufen.

Wie es dazu kam, dass das eine Bike kein Pedelec war? Ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die RegioRad-Farben eine Bedeutung haben. Allerdings steht grau nicht für Pedelec, weshalb ich ein graues Fahrrad ohne E-Antrieb entsperrte.

Nach einer halben Stunde waren die überflüssigen Bikes dann wieder gesperrt und ich saß auf einem Pedelec mit 49 % Ladung. Die Fahrt gestaltete sich zunächst ziemlich problemlos. Zwar hatte das Bike weder vorne noch hinten eine Federung, doch so wirklich durchgeschüttelt wurde ich trotzdem nicht. Egal ob bergauf oder bergab, Unterstützung und Bremsen funktionierten tadellos. Einen weiteren Daumen hoch gibt es für den Gepäckträger, auf dem ich meine Tasche problemlos und sicher befestigen konnte. Genauso sind auch die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten top. Der Sitz kann einfach auf die eigene Größe eingestellt werden.

Irgendwann wurde ich dann allerdings wieder von meinem Pech eingeholt. Am Hauptbahnhof, dem Ende meiner Tour, gab es keine Abgabestation in nächster Nähe. Da ich mich zuvor natürlich nicht informiert hatte, musste ich ein Stück meines Wegs zurückfahren. Daher mein Tipp: vorher informieren, wo das Bike abgegeben werden kann.

Teststrecke 2
komoot
Strecke 2: Die roten Punkte mit dem Fahrrad darüber zeigen an, wo die RegioRad-Stationen sind.

Leider war das immer noch nicht alles. Auf dem Rückweg streikte irgendwann meine elektrische Unterstützung. Eine bestimmte Art des Tretens holte sie für kurze Zeit zurück, bis sie erneut verschwand. Ohne Unterstützung fährt sich das Bike natürlich anstrengender als ein normales Fahrrad, weswegen die Fahrt sehr ermüdend war.

Kurzes Fazit: Wenn die Unterstützung funktioniert, macht das Fahren Spaß. Auch wenn ich manchmal auf die Straße ausweichen musste, weil der Fahrradweg zu Ende war, habe ich mich nie unsicher gefühlt. Allerdings wiegt das Bike ziemlich viel, was das Einparken in die Abgabestationen erschwert hat.

Erfahrungen bei der E-Scooter-Fahrt

E-Scooter vs. E-Bike
Lea Bauer
Bei 20 km/h stellt die Handykamera nicht mehr scharf.

Beim E-Scooter verlief der Leihprozess problemlos. Ich musste den QR-Code am Lenker scannen, den Scooter entsperren und los ging die Fahrt. Top: Beim Entsperrungsprozess bekommt der Fahrer eine kurze Einführung in sicheres E-Scooter-Fahren. Lime empfiehlt, erst etwas mit dem Fuß anzustoßen, dann auf den Roller zu steigen und Gas zu geben.

Das erste Gefühl auf dem Scooter war Unsicherheit. Der Gashebel reagiert ziemlich empfindlich und beschleunigt den Scooter sehr schnell. Daher hatte ich am Anfang manchmal das Gefühl, bald über den Lenker geschleudert zu werden – was zum Glück nicht passiert ist.

Lime E-Scooter
Lea Bauer
Traditionell: Die Hinterradbremse wird mit dem Fuß betätigit.

Die Bremsvorrichtung fand ich auch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Hinterradbremse des Scooters befindet sich oberhalb des hinteren Reifens und muss mit dem Fuß betätigt werden, während der Blick nach vorne auf die Straße gerichtet ist. Trotz guter Koordination besteht Gefahr, die Position in brenzlichen Situationen nicht zu treffen.

Darüber hinaus wurde ich ziemlich durchgeschüttelt. Der Lime-Scooter verfügt zwar über eine Federung vorne, konnte jedoch nicht die Unebenheiten der Pflastersteine ausgleichen. Nach der Fahrt fühlten sich meine Gliedmaßen daher zunächst etwas wackelig an. Damit die Fahrt richtig Spaß macht, muss der Untergrund daher ziemlich eben sein.

In puncto Gewicht ist der E-Scooter ähnlich unhandlich wie das E-Bike. Das empfohlene Anstoßen am Anfang hat den Scooter nur sehr dürftig in Bewegung versetzt, Schieben war auch nicht wirklich angenehm. Transportieren kann man auf dem Lime-Scooter eigentlich nichts, der Rucksack muss also auf die Schultern genommen werden.

Kurzes Fazit: Zunächst fühlte ich mich unsicher auf dem Scooter, das legte sich dann aber mit der Zeit. Insgesamt hat das Fahren Spaß gemacht, zumindest solange der Untergrund eben war.

Benutzerfreundlichkeit

E-Scooter vs. E-Bike
Lea Bauer
Vor Fahrtantritt gibt Lime Tipps zum Scooter-Fahren: Bevor der Gashebel betätigt wird, soll der Scooter ein wenig angeschubst werden.

Bei der Benutzerfreundlichkeit hat der E-Scooter die Nase vorne. Ich habe direkt verstanden, wie ich den E-Scooter entleihen kann. Während der Fahrt zeigte das Display dann Geschwindigkeit und Akku-Ladung an. Genauso intuitiv war auch die Abgabe des Rollers: Im erlaubten Bereich abstellen, sperren und ein kleines Foto schießen – fertig.

Die App war klar strukturiert. Eine Karte hat genau gezeigt, wo ich mich befinde und wo der nächste Roller ist. Zudem konnte ich bereits abrufen, wie viel Ladung der Scooter hat und wie viele Kilometer er vorraussichtlich noch schaffen wird. Entgegen der Datenschutz-Bedenken von Stiftung Warentest, wurde ich von der App nach äußerst wenigen Daten gefragt. Ich musste weder Adresse, E-Mail, noch meinen Namen angeben.

Wie bereits erwähnt, fand ich den Leihprozess des RegioRads etwas verwirrend. Die Anweisungen waren sehr kurz und nicht wirklich ausführlich. Der Ensperrungsknopf am Fahrrad musste ich beispielsweise lange suchen – er war etwas unter dem Gepäckträger versteckt. Wenn man den Prozess allerdings einmal verstanden hat, ist es ziemlich einfach und schnell zu erledigen. Mein Tipp ist trotzdem, vor dem Entsperren die Sitzhöhe einzustellen und das Gepäck auf dem Gepäckträger zu verstauen. Dann muss man für diese Zeit noch nicht zahlen.

Während der Fahrt war es mir nicht möglich, meinen Akku-Stand abzurufen – daher auch die Strampeleinheit am Ende meiner Tour. In der Bike-Bedienungsanleitung gibt RegioRad an, den Ladezustand aus Sicherheitsgründen nicht während der Fahrt, sondern nur im Stand nach Öffnungsvorgang des Schlosses zu aktualisieren.

Die Rückgabe fiel mir etwas leichter, immerhin hatte ich den Grundprozess mittlerweile zu Genüge gemeistert (wegen der drei geliehenen Bikes am Anfang).

In puncto App hat mich RegioRad leider auch nicht komplett überzeugt. Aus irgendeinem Grund konnte mir die App meinen Standort nicht anzeigen, obwohl ich ihr die Erlaubnis erteilt hatte.

Fahrtdauer, Batteriecheck und Preisvergleich

Akku-Detail
RegioBike
An den RegioRad-Stationen gibt es Ladeplätze für die Pedelecs.

Da ich nicht direkt an einer RegioRad-Station wohne und auch der Scooter nicht direkt vor meiner Tür stand, muss ich bei meiner Zeitberechnung von Strecke 1 noch jeweils den Fußweg zum Verkehrsmittel dazu berechnen. Der Scooter war 1:15 Minuten Laufweg entfernt, die E-Bike-Station 2:50 Minuten.

Teststrecke 1
komoot
Strecke 1: Der grüne Punkt mit dem Scooter darüber zeigt an, wo ich den Lime-Scooter gefunden habe. Die roten Punkte mit dem Fahrrad kennzeichnen die RegioRad-Stationen.

Anschließend dauerte die Fahrt mit dem E-Bike 15 Minuten, der E-Scooter brauchte nur 11:30. Allerdings gilt zu beachten, dass ich das E-Bike, aus bereits genannten Gründen, gegen Ende der Fahrt ohne Unterstützung fahren musste.

Angekommen bei der Motor Presse konnte ich den E-Scooter ziemlich direkt vor der Tür abstellen. Insgesamt war ich also nach 12:45 Minuten an meinem Ziel. Das Pedelec musste ich natürlich wieder zurück zur Station bringen. Diese lag ca. 2:30 Minuten Laufweg entfernt. Insgesamt dauerte mich die Tour mit dem E-Bike daher 20:20 Minuten, ganze 7:35 Minuten länger als mit dem E-Scooter.

In puncto Batterie entlud sich der E-Scooter in 22 Minuten (2,9 km) um 13,5 %, das E-Bike um 13 %. Erstaunlicherweise liegen die Ergebnisse ziemlich nah beieinander.

Lime gibt an, ein vollgeladener Scooter würde 60 Kilometer lang halten. Ich habe mein Ergebnis hochgerechnet und herausgefunden, dass sich der Akku nach ca. 21,5 Kilometern vollkommen entladen haben müsste. Die von Lime angegebenen 60 km scheinen daher nur unter idealen Bedingunen möglich zu sein, wenn beispielsweise wenige Anstiege auf dem Weg liegen und geringes Gewicht auf dem Scooter transportiert wird.

Allerdings wird die Elektronik nicht immer gleich stark beansprucht. Bergab beispielsweise habe ich beim E-Bike keine Tretunterstützung gebraucht und auch beim Scooter nicht wirklich aufs Gas gedrückt. Bergauf hingegen muss vor allem der E-Scooter ganz schön arbeiten und auch der E-Bike-Motor wird an seine Grenzen gebracht. Die Entladung kann daher von Strecke zu Strecke variieren. Bezogen auf die gemessenen Angaben allerdings, würde ein vollgeladener Akku jeweils ca. zweieinhalb Stunden halten.

Zum Schluss noch ein paar Worte über den Preis: Bei RegioRad zahlte ich 5,42 Euro für meine Testfahrten hin- und zurück (ca. 40 Minuten). Hierbei ist natürlich zu beachten, dass ich 1,12 Euro für die falsch geliehenen Bikes zahlen musste. Der E-Scooter-Ausflug kostete mich 10,58 Euro für dieselbe Tour hin und zurück (ca. 38 Minuten). Der E-Scooter ist somit definitiv der teurere Spaß.

Daumen hoch für RegioRad: Irgendwie hatte das Durcheinander am Anfang meiner Tour auch eine gute Seite. Da ich im Laufe des Tests drei Bikes entlieh, bekam ich von RegioRad 300 Social Coins. Damit kann ich nun 3 Euro an ein Projekt meiner Wahl spenden lassen.

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Fazit

E-Scooter vs. E-Bike
Lea Bauer
Sowohl der getestete E-Scooter als auch das E-Bike sind ausbaufähig.

Tatsächlich ist es relativ schwer einen Testsieger zu bestimmen. Bei der RegioRad-Testfahrt ist einiges schiefgelaufen, der E-Scooter schneidet zwar im Test recht gut ab, kann aber in meiner Recherche und vor allem in puncto Umwelt nicht überzeugen. Lebensdauer, Akku-Herstellung, Akku-Entsorgung und der Aufladeprozess sprechen gegen den elektrichen Tretroller. Das E-Bike konnte zwar auch nicht in allen Umweltaspekten überzeugen, liegt jedoch ein gutes Stück vor dem Scooter. Einen ausführlichen Beitrag zum Umweltaspekt beider Fahrzeuge finden Sie hier.

Das RegioRad enttäuschte mit verwirrendem Entsperrungs- und Rückgabeprozess. Zudem fehlte irgendwann die Unterstützung und die Abgabe an festen Stationen war zeitaufwändig. Der E-Scooter floppte dafür in puncto Sicherheitsgefühl, lieferte eine äußerst wackelige Fahrt und hatte keine gute Transportmöglichkeit zu bieten.

Meiner Meinung nach sind die getesteten Verkehrsmittel in unterschiedlichen Bereichen anzusiedeln. Während der E-Scooter vor allem bei kurzen Strecken Sinn macht, eignet sich das Bike tatsächlich eher für längere Fahrten.

Der Lime-Scooter ist extrem leicht auszuleihen und somit ideal für spontane Fahrten geeignet. Wenn der Passant beispielsweise weiß, dass er sein Ziel nicht mehr rechtzeitig zu Fuß erreichen wird, kann er schnell einen E-Scooter leihen. Dadurch spart er zwar zunächst nur seinen Fußweg, doch wenn das Ziel beispielsweise die Bahnhaltestelle ist, wäre er ohne Scooter womöglich die gesamte Strecke (Fuß- und Bahnweg) mit dem Auto gefahren.

Nicht so gut: Leider ist die Fahrt auf dem E-Scooter sehr wackelig – vor allem bei unebenen Straßen. Sinnvoll wären daher bessere Federelemente, damit der Fahrer nicht so durchgeschüttelt wird. Um die Umweltfreundlichkeit zu verbessern, sollte der Aufladeprozess zudem mittels entnehmbarer Akkus erleichtert werden. Dann ist es auch nicht mehr so notwendig ein Auto zum Einsammeln zu verwenden. Klar, günstiger könnte der Spaß auch sein.

Das RegioRad E-Bike hingegen lohnt sich meiner Meinung nach eher für längere, geplante Fahrten. Die Ausleihe ist etwas aufwändiger und die Abgabe muss an festen Stationen erfolgen. Diese Stationsbindung sorgt dafür, dass sich die RegioBike-Räder nicht so gut für spontane Fahrten eignen. Der Fahrer muss sich zuerst informieren, ob an seinem Zielort auch eine Station vorhanden ist. Die Fahrt selbst ist hier allerdings um einiges entspannter – zumindest solange der Akku noch ausreichend gefüllt ist. Mein Verbesserungswunsch ist daher, den Akkustand doch während der Fahrt anzuzeigen. Ansonsten ist der Fahrer bei längeren Strecken ohne Pause aufgeschmissen. Um den Komfort noch ein wenig zu verbessern, wären darüber hinaus Federelemente sinnvoll.

In manchen deutschen Städten gibt es bereits E-Bikes, die stationsungebunden abgegeben werden können. Solch eine Entwicklung halte ich nur für sinnvoll, wenn der Ladeprozess über entnehmbare Akkus erfolgt. Gerade bei Bikes, die um einiges größer und sperriger als Roller sind, würde der Aufladeprozess ansonsten äußerst nicht umweltfreundlich werden. Vorteil von stationsungebundenen Verleih-E-Bikes: Das Bike lohnt sich auch bei spontanen kürzeren Strecken.

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