Pedelecs / E-Bikes im Test

Testbericht: Kreidler Vitality Elite

Foto: Cycle Union E-Bike Pedelec Bosch Kreidler Vitality Elite

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Das Kreidler Vitality Elite hat das Zeug zum brillanten Sporttourer-Pedelec. Der hervorragende Bosch-Motor und die Ausstattung überzeugen im Test – die Montage nicht.
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Bewertung

Was uns gefällt

Was uns nicht gefällt

  • Akku-Platzierung im Gepäckträger macht das Bike etwas hecklastig
  • unprofessionelle Verkabelung
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Bei Kreidler in Oldenburg rollte eines der ersten Pedelecs/E-Bikes mit Bosch-Antrieb aus den Fertigungshallen. Wie beim Panasonic-System treibt der Pedelec-Motor direkt die Kurbelwelle an, seine mittige Platzierung garantiert einen tiefen und zentralen Schwerpunkt.

Für die Platzierung des Akkus bietet Bosch zwei Optionen an: entweder am Unterrohr oder in einem speziellen Heckgepäckträger. Kreidler hat sich beim Vitality für die zweite Lösung entschieden, so bleibt das Unterrohr frei für einen Trinkflaschenhalter. Diesem Vorteil stehen aber durchaus nenneswerte Nachteile gegenüber: Zum einen muss der Fahrer weit nach hinten greifen, um das System am Akku einzuschalten, zum anderen wird das Bike dadurch deutlich hecklastiger. Ein Aspekt, der die Fahreigenschaften im Test negativ beeinflusste – und deutlicher spürbar ist als etwa ein längerer Radstand. Dafür gleitet der Akku im Bosch-Träger leichtgängig in seinen Sitz und rastet automatisch in die elektronischen Kontakte ein – technisch eine sehr saubere Lösung. Der Schlüssel kann zum Herausziehen des Akkus im Schloss verbleiben, auch das hat Bosch besser gelöst als andere Hersteller.

Weniger elegant nimmt sich dagegen die Verkabelung des Vitality Elite aus: Das Signalkabel für den Hinterradsensor wickelten die Monteure etwas unmotiviert um die Kettenstrebe, das Akku-Kabel zieht sich durch eine scharfkantige Bohrung im hinteren Schutzblech.

Einmal auf der Piste, spurtet das Kreidler-Pedelec im Test aber kräftig voran, der Motor bleibt dabei deutlich leiser als das baugleiche Modell im Victoria Le Mans. Beim Anfahren entwickelt der Antrieb viel Druck und eilt durch die leicht zu schaltenden Gänge fast zu schnell bis zur Abriegelgeschwindigkeit. Solange der Motor zieht, schaltet die Kettenschaltung recht hart.

Dennoch: Der Pedelec-Antrieb erweist sich als Spaßgarant und Bergspezialist. Zu dieser begeisternden Vorstellung passen die komfortablen Federelemente und der angenehm gekröpfte Lenker mit den hervorragenden Griffen von Ergon.

Technische Daten des Test: Kreidler Vitality Elite

Preis: 2199 Euro
Preis Ersatz-Akku: 699 Euro
Gewicht: 25,05 (inkl. 2,55 kg Akku) kg
Motor: Bosch Tretlagermotor, 250 Watt
Drehmoment: 50 Nm
Akku: 36 Volt/8 Ah Lilon (288 Wh)
Schaltung: Shimano XT Daumenschalter/ XT 9-fach-Kettenschaltung
Federungssystem: Federgabel SR Suntour NCX 4610 gefederte Stütze: Post Moderne
Bremse: hydraulische Felgenbremse Magura HS 11 vorn und hinten
Beleuchtung: B&M Lumotec LED Scheinwerfer/ LED-Rücklicht im Gepäckträger
Test-Wertung Komfort: gute Federgabel, gute gefederte Sattelstütze, komfortable Griffe
Test-Wertung Fahrsicherheit: kräftige Felgenbremse, gute Spurtreue, etwas hecklastig
Test-Wertung Reichweite: 42 Kilometer bei sportlicher Gangart in den Modi Sport u. Tour
Test-Wertung Test-Wertung Akkuhandhabung: gute Aufnahme des Akkus im Träger, gutes Ladekabel

Einsatzbereich

Fazit

Das Kreidler Vitality Elite hat das Zeug zum brillanten Sporttourer-Pedelec. Der hervorragende Bosch-Motor und die Ausstattung überzeugen im Test – die Montage nicht.

25.08.2011
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