Pendeln mit dem Pedelec: Akku laden nur mit Zustimmung des Arbeitgebers

Pedelecs und E-Bikes eigenen sich hervorragend zum Pendeln. Falls Sie vor dem Heimweg den Pedelec-Akku aufladen müssen, sollten Sie unbedingt vorher mit Ihrem Arbeitgeber sprechen. Warum, lesen Sie hier.

 

Akku Pedelec Steckdose
Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, bevor Sie den Akku Ihres Pedelecs zum Beispiel im Büro laden.

Wer mit dem Pedelec oder E-Bike zur Arbeit fährt, sollte eines beachten: Zum Nachladen des Pedelec-Akkus brauchen Sie die Genehmigung ihres Arbeitgebers. Wenn Sie sich nicht das Ok Ihres Chefs abholen, riskieren Sie unter Umständen die fristlose Kündigung.

Das geht aus dem Urteil des Landesarbeitsgericht Hamm hervor. Der Hintergrund: Ein Netzwerkadminstrator, der 20 Jahre in einem Rechenzentrum angestellt war, sollte seinen Job verlieren, weil er für seinen Elektro-Roller Firmenstrom im Wert von 1,8 Cent verbraucht hatte. Glück für den Arbeitsnehmer: Die Richter hielten die Kündigung trotz des Stromdiebstahls für unverhältnismäßig und damit für unwirksam. In diesem Fall hätte ihrer Ansicht nach eine Abmahnung ausgereicht.

In der Urteilsbegründung berücksichtigten die Richter den geringen Schaden von weniger als zwei Cent, das langjährige Anstellungsverhältnis und nicht zuletzt die Tatsache, dass im Betrieb mit Wissen des Arbeitgebers Handys aufgeladen und Kaffeemaschinen betrieben wurden. Diese Grauzone beim privaten Stromverbrauch bewahrte den E-Biker vor dem Verlust seines Jobs (LAG Hamm 02.09.2010, 16 SA 260/10).

UrbanBIKING meint:
Auch wenn dieser Fall oberflächlich gesehen glimpflich ausgegangen ist (mal abgesehen von der zerrütteten Arbeitsathmospähre): Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Chef, bevor Sie zum ersten Mal Ihr Pedelec oder E-Bike an die Steckdose hängen. Denn auch wenn es nicht gleich zur fristlosen Kündigung kommt: Miese Stimmung und eine Abmahnung ist der Saft fürs Pedelec sicher nicht Wert.

03.05.2011
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