Kein Anspruch auf Ladestation für Elektroauto in Tiefgarage

Ist die Mehrheit einer Wohnungseigentümergemeinschaft dagegen, darf sich ein Wohnungseigentümer keine Stromleitung zu seinem Tiefgaragen-Stellplatz für den Einbau einer Ladestation für ein Elektro-Auto legen. So ein Urteil des Landgerichts München I.
Foto: BMW Wohnungseigentümer hat keinen Anspruch auf Ladestation für Elektroauto

Eigene Ladestation: Für Wohnungsbesitzer nicht selbstverständlich.

Ein Wohnungseigentümer in München wollte sich ein Elektro-Auto zulegen und sich dafür eine eigene Ladestation an seinem Tiefgaragenstellplatz installieren - auf eigene Kosten. Was fehlte, war eine Stromleitung vom Hausverteiler zum Stellplatz. Auf der nächsten Eigentümerversammlung wollte der Mann die Installation dieser Stromleitung genehmigen lassen. Sein Plan wurde jedoch mit großer Mehrheit abgelehnt. Der enttäuschte Eigentümer zog gegen den Beschluss vor Gericht.

Beeinträchtigung durch bauliche Maßnahme

Das Landgericht München I beurteilte dies anders. Der Richter sah in seinem Urteil vom 21. Januar 2016 (Az. 36 S 2041/15) in den geplanten Maßnahmen eine bauliche Veränderung am Gemeinschaftseigentum, welche die Rechte der anderen Eigentümer über das zumutbare Maß hinaus beeinträchtige.

Einer profitiert, alle zahlen

Die geplante Stromleitung sei als Teil des Gemeinschaftseigentums auch von der Gemeinschaft instand zu halten. Erteile die Gemeinschaft ihre Zustimmung, könnten auch andere Eigentümer im Rahmen der Gleichbehandlung Ähnliches verlangen. Mit der Folge, dass eine Vielzahl von neuen Leitungen zu ziehen sei. Die anderen Eigentümer könnten der gewünschten Installation daher zustimmen, sie seien dazu aber nicht verpflichtet.

16.01.2017
Autor: Redaktion ElektroBIKE
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