E-Bike & Co: Mehr Unfälle durch überhitzte Akkus

3 Fakten zu E-Bike-Akkus
Foto: Christian Lampe
Die Meldungen über explodierende Akkus häufen sich. Experten haben dafür mehrere Gründe.

Explodierende oder überhitzte Akkus von Handys, E-Bikes oder E-Boards sorgen immer wieder für Unfälle und Schäden. Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet sehen Experten jedoch kein grunsätzliches Problem in der Lithium-Ionen-Technologie.

Vielmehr sei die steigende Zahl elektrischer Geräte, die mit wiederaufladbaren Batterien betrieben werden, einer der Gründe für die höhere Zahl der Unfälle. Allein 2015 wurden weltweit rund 5 Milliarden Akkus verkauft, zitiert das Magazin das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS). Laut IFS-Geschäftsführer Hans-Hermann Drews nehme die Zahl der weltweiten Unglücke in den letzten Jahren exponenziell zu. Dabei bezieht sich Drews auf die Brandschäden, die sein Institut in den vergangenen Jahren für Deutschland ausgewertet hat, absolute Zahlen zu den Unfällen gebe es jedoch nicht.

Samsung-Akkus haben sensibilisiert

Im Jahr 2016 hatte der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Millionen Smartphones zurückgerufen, nachdem mehrfach Geräte explodiert waren. Als Ursache wurden Fehler bei Design und Herstellung ausgemacht. Die hohe Nachfrage und der hohen Wettbewerb, auch bei den neuen E-Boards, führe zu Produktionsfehlern, denn gerade Handy-Akkus seien inzwischen an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt; mehr Spielraum nach oben gebe es kaum, so Werner Tillmetz vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zur "Wirtschaftswoche". Ein grundsätzliches Problem mit der sehr ausgereiften Technologie von Lithium-Ionen-Batterien gebe es aber nicht.

Ein Problem sei aber sehr wohl schlechte Qualität durch Billiganbieter oder für den jeweiligen Akku nicht zugelassene Ladegeräte. Aber auch falsche Behandlung führt zu einer steigenden Gefahr von Unfällen. "Feuchtigkeit, Überlastung, extreme Temperaturen vertragen Akkus nicht“, sagt Ralf Diekmann, Sprecher für Produktsicherheit beim TÜV Rheinland zur "Wirtschaftswoche". Handys würden auf die Fensterbank in die Sonne gelegt, E-Bikes bei Minustemperaturen vor der Haustür stehen gelassen. „Akkus brauchen eine Art Wohlfühltemperatur zwischen etwa zehn Grad und nicht ganz 30 Grad“, erklärt Diekmann.

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28.03.2017
Autor: Redaktion ElektroBIKE
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