China entschärft Quote für E-Autos

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Die chinesische Regierung will nun doch nicht hohe Quoten für Elektroautos ab dem nächsten Jahr an vorschreiben. Damit gewinnen vor allem die deutschen Hersteller Zeit, um ihren Rückstand bei den E-Autos aufzuholen.

China verfolgt mit der Quote zwei Ziele: Erstens soll die Elektromobilität schnell wachsen, um die Luftverschmutzung in vielen Metropolen einzudämmen und um Klimaziele zu erreichen. Zugleich will die Regierung, die heimischen Autobauer fördern. Denn viele chinesische Hersteller haben bereits mehr Elektroautos im Sortiment als deutsche Autobauer.

E-Auto-Quote oder Strafe zahlen

China fördert die Elektromobilität massiv: Käufer von E-Autos können auf staatliche Zuschüsse von umgerechnet mehr als 10.000 Euro pro Auto kommen. Zum Vergleich: In Deutschland sind es maximal 4.000 Euro.

Im September hatte die chinesische Regierung angekündigt, künftig die Verkaufsprämien zurückzufahren und stattdessen den Autobauern Quoten für E-Autos vorzuschreiben. Bislang war geplant, dass jeder Hersteller ab 2018 bei E-Autos und Hybriden einen Anteil von 8 Prozent erreichen sollte. Diese Quote sollte 2019 auf 10 Prozent und 2020 auf 12 Prozent steigen. Hersteller, die diese Quoten nicht erreichen, sollten Strafen zahlen.

Hersteller Volkswagen hätte es besonders heftig getroffen. Der mittlerweile weltgrößte Autobauer hat von den knapp 814.000 abgesetzten Fahrzeugen im Januar rund 42 Prozent in Chinaverkauft. Laut Quote hätten davon gut 65.000 Elektroautos sein. Derzeit hat der Konzern aber kein einziges E-Modell dort auf dem Markt.

E-Auto-Quote wird verschoben

Laut "Handelsblatt" sollen die Quoten jetzt erst 2019 eingeführt werden und zudem auf einem niedrigeren Niveau. Von einer E-Auto-Anteil von fünf Prozent fürs erste Jahr, acht Prozent im zweiten und zwölf Prozent im dritten Jahr ist die Rede. Außerdem soll möglich sein: Wird die Quote in einem Jahr nicht erreicht, kann sie in einem folgenden mit höheren Verkäufen kompensiert werden. Zudem will die Regierung die Anrechnung von verschiedenen Marken eines Autokonzerns erlauben.

03.03.2017
Autor: Redaktion ElektroBIKE
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