Nie mehr laden! Italiener bauen E-Bike, das ohne nachladen auskommt – Infos und Fotos des bike+


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E-Bike Pedelec Giovanni Alli
Foto: Gerteis

 

E-Bike Pedelec Giovanni Alli
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Den E-Bike-Akku nie mehr laden! Was wie ein unerfüllbarer Wunsch klingt, haben Wissenschaftler der Uni Mailand mit ihrem „bike+“-Konzept geschafft. Dank der intelligenten Softwaresteuerung des "bike+" sollen E-Biker nie mehr auf Steckdosen angewiesen sein. Die Details zu der revolutionären Idee erfahren Sie hier auf ElektroBIKE online. Plus: die ersten Fotos des Prototypen!

Die Idee ist so einfach wie genial: Mit dem „bike+“-Konzept will eine italienische Forschergruppe das E-Bike revolutionieren. Sie wollen das E-Fahrrad in Serie bringen, das man nie mehr laden muss.

Das besondere der Idee: Die Wissenschaftler der Universität Mailand haben die Transformation von der Theorie in die Praxis geschafft. Es gibt bereits einen Prototypen, den ElektroBIKE schon testen konnte.

"bike+" ist weder ein Fahrrad, noch ein richtiges E-Bike/Pedelec. Denn im Vergleich zu einem Standard-E-Bike ist die Unterstützung geringer - mit dem Unterschied, dass man den Akku nicht laden muss.

Was steckt hinter dem Projekt? Annahme: Durch die Software wird die Unterstützung und die Energierückgewinnung so angesteuert, dass der Akku nie geladen werden muss, natürlich aber bei Bedarf trotzdem aufgeladen werden kann (zum Beispiel, wenn das Rad als normales E-Bike - einstellbar - genutzt wird).

Ziel ist es, dass der Fahrer mit der gleichen eigenen Leistung plus gezielter Motorunterstützung weitere Strecken zurücklegen kann. Tests im städtischen Umfeld haben ergeben, dass Fahrer mit dem „bike+“-System die zurückgelegte Strecke um 30 bis 40 Prozent steigern konnten.

Wie funktioniert das System? Die Idee basiert auf dem Konzept des klassischen Hybrid-Ansatzes beim Auto mit Verbrennungs- und Elektromotor. Hier ist das Ziel die Effizienz der fossilen Brennstoffe oder die Leistung im niedrigen Drehzahlbereich zu steigern. Auch diese Hybrid-Autos muss man nicht an der Steckdose aufladen.

Die Steuerungssoftware des "bike+"-E-Bikes

Analog dazu verhält sich das „bike+“-Konzept. Es ist nach dem Modell eines Parallel-Hybriden entwickelt. Die Energiequelle ist hier kein fossiler Brennstoff, sondern der Mensch, der in besonderen Situationen durch einen kleinen Elektromotor (Front- oder Heckmotor) unterstützt wird, damit die Ermüdung nicht so schnell einsetzt. Der kleine Akku (ca. 40 Wh) ist übrigens im hinteren Schutzblech versteckt.

Bei der Programmierung der Software, die die Unterstützung regelt, haben die Forscher mehrere wichtige Annahmen getroffen:

  1. Die Unterstützung durch den E-Motor muss am stärksten sein, wenn die Muskeln am meisten arbeiten müssen, also beim Anfahren und in Steigungen.
  2. Die Unterstützung nimmt stufenweise ab, bis die Fahrtgeschwindigkeit erreicht ist.
  3. Der Rekuperationseffekt beim Bremsen muss so groß wie möglich sein.
  4. Der Rekuperationsmodus kann bei konstanter Geschwindigkeit, oder auch bergab, dazu geschaltet werden.
  5. Das Hybrid-Bike muss energetisch selbsterhaltend sein, das heißt, der Fahrer soll den Akku nie laden müssen.

Unter welchen Voraussetzungen funktioniert das Konzept am besten?

  • im Sadtverkehr (häufige Starts und Stops, geringe Steigungen)
  • hügelige Straßen, vergleichsweise kurz, zwei bis drei Kilometer Steigungen gefolgt von zwei bis drei Kilometer Abfahrt.

Als Steuerungseinheit kann ein Smartphone verwendet werden, das via Bluetooth mit dem Controller verbunden wird. Hier kann der Fahrer verschiedene Einstellungen (manuell vornehmen oder aus verschiedenen Programmen wählen (City/Sport).

Wie und wann "bike+" in Serie gehen wird, ist noch nicht bekannt. Die Italiener planen auf der Eurobike 2013 ihr Produkt zu präsentieren.

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