Tipps zum E-Bike Gebrauchtkauf

E-Bike gebraucht kaufen: Das müssen Sie beachten

Smart-E-Bike Praxis-Test Berlin
Foto: Smart/Walter Tillmann
Ein hochwertiges E-Bike ist kein Schnäppchen. Wie wäre es stattdessen mit einem gebrauchten E-Bike? Doch Vorsicht, beim Gebrauchtkauf lauern viele Fallstricke. Damit Sie diese umgehen, gibt ElektroBIKE wertvolle Tipps für den gelungenen Kauf eines guten Gebrauchten.

Nicht selten kosten E-Bikes 2.000 Euro oder mehr. Vielen Pedelec-Interessenten ist diese Summe zu hoch. Finanzierung oder Leasing sprechen nicht jeden Käufer an, da sie langfristige Zahlungsverpflichtungen mit sich ziehen. Der Kauf eines gebrauchten E-Bikes kann in diesem Fall eine mögliche Option sein.

Für den Verkauf eines gebrauchten E-Bikes gibt es mehrere Gründe: unter anderem Zeitmangel, körperliche Beeinträchtigungen oder die Anschaffung eines neuen Pedelecs. Teilweise trennen sich E-Bike-Besitzer bereits nach einem Jahr von ihrem Pedelec. Ein Glücksfall für Schnäppchenjäger.

E-Bikes verlieren in 2 Jahren die Hälfte ihres Wertes

Der Wertverlust ist beim E-Bike nicht zu unterschätzen. Der Verband des Deutschen Zweiradhandels e.V. (VDZ) hat auf Grundlage einer repräsentativen Umfrage unter Zweiradhändlern die Wertminderung von E-Bikes ermittelt. Demnach verliert ein E-Bike innerhalb eines Jahres 30 Prozent seines Wertes - nach zwei Jahren ist ein E-Bike mit max. 2.000 Euro Neupreis nur noch die Hälfte des Anschaffungspreises wert.

Bei den ermittelten Prozentsätzen handelt es sich jedoch lediglich um Richtwerte. Der tatsächliche Wert kann je nach Nutzung und Zustand des E-Bikes stark variieren.

E-Bike-Gebrauchtkauf beim Händler gibt Sicherheit

Gebrauchte E-Bikes gibt es nicht nur von Privat. Auch Händler bieten oftmals gebrauchte E-Bikes an, die zum Beispiel beim Kauf eines neuen Pedelecs in Zahlung gegeben wurden.

Da gewerbliche Händler mindestens eine einjährige Gewährleistung geben müssen, bietet der Gebrauchtkauf beim Zweiradhändler vor allem technisch unerfahrenen Neueinsteigern Sicherheit. Außerdem kann man als Kunde davon ausgehen, dass der Verkäufer das E-Bike auf seine Funktionalität überprüft hat. Der elektrische Antrieb ist die größte Schwachstelle beim gebrauchten E-Bike. Insbesondere Akkus sind anfällig für Verschleiß und haben technisch bedingt eine begrenzte Lebensdauer.

E-Bike gebraucht kaufen von Privat: großes Angebot und gute Verhandlungsmöglichkeiten

Für den Kauf von Privat spricht dagegen das größere Angebot an gebrauchten E-Bikes. Außerdem kann mit einem privaten Verkäufer leichter ein geringerer Preis verhandelt werden. Manchmal ist der Verkäufer froh, das E-Bike nicht mehr in Keller oder Garage lagern zu müssen und lässt sich auf einen günstigen Preis ein.

Der ADFC bietet auf seiner Internetseite einen Musterkaufvertrag für den Kauf gebrauchter Fahrräder an. Dieser Vertrag kann auch als Vordruck für den E-Bike-Kauf dienen. In das Feld "Beschreibung des Rades" können z.B. Informationen zum Antrieb vermerkt werden.

E-Bike-Gebrauchtkauf nie ohne Probefahrt

Egal wo Sie Ihr E-Bikes kaufen, eine Probefahrt ist auf jeden Fall Pflicht. Nur so können Sie feststellen, ob sich das E-Bike einwandfrei bewegen lässt. Gibt das Rad vielleicht seltsame Geräusche von sich? Verliert es häufig die Spur oder unterstützt der Antrieb unregelmäßig? Dann lassen Sie die Finger davon! Auch, wenn das E-Bike noch so gut aussieht.

Kommt es während der Probefahrt zu einem Schaden, kann der E-Bike-Käufer übrigens nicht haftbar gemacht werden. Vorausgesetzt, die Schäden sind nicht wegen grob fahrlässigem Verhaltens entstanden.

Nachfolgend haben wir wichtige Fragen zusammengestellt, die Sie beim Kauf eines gebrauchten E-Bikes abklären sollten.

24.11.2014
Autor: Benjamin Linsner
© ElektroBIKE online