Kaufberatung: Fahrradträger für Anhängerkupplung, Heck, Dach und Innenraum

Kaufberatung: Welcher Fahrradträger passt zu mir?

Fahrradträger im Vergleich Heckträger Dachträger
Foto: Beate Jeske
Fahrradträger gibt es fürs Dach, Heck, für die Anhängerkupplung und den Fahrzeuginnenraum. Wir klären die wichtigsten Fragen, die sich vor dem Radträger-Kauf stellen und zeigen alle Modelle in der großen Marktübersicht.

Weil das gute Rad teuer war, wollen viele Biker auch im Urlaub nicht auf ihr eigenes Fahrrad verzichten. Doch neben Unmengen an Urlaubsgepäck muss auch noch die Familie ins Auto passen. Auch wer einfach nur seinen heimischen Aktionsradius erweitern will oder öfter zu Bike-Events reist, kommt um die Anschaffung eines Fahrradträgers nicht herum.

Dach, Heck, Kupplung oder Innenraum – Wer die Wahl hat

Dabei gilt es zunächst einmal zu klären welcher Fahrradträger-Typ du, dein Bike und dein Auto seid: Neben den bekannten Fahrradträgern für Fahrzeugdach, -heck und Anhängerkupplung gibt es auch Transportlösungen für den Fahrzeuginnenraum, Pickup-Ladeflächen, Caravans, Wohnmobile sowie Fahrradtransportanhänger. Jeder einzelne Transportform hat dabei ihre Daseinsberechtigung und bietet Vor- und Nachteile.

Sechs wichtige Fragen beim Fahrradträgerkauf:

1. Welcher Fahrradträger-Typ passt zu meinem Auto?

Innenraumträger eignen sich nur für Fahrzeuge mit entsprechend großem Innenraum – also Kombis, Vans oder SUV.

 

Minoura Vergo-TF2
Foto: Minoura

Innenraumträger

Dachträger sind nur mit Autos kompatibel, die eine Dachreling oder entsprechende Aufnahmen besitzen. Allerdings fällt die Beladung von Dachträgern bei Vans oder SUV sehr schwer.

 

Atera Giro Speed
Foto: Atera

Wie schon der Name besagt, benötigen Kupplungsträger ein Fahrzeug mit Anhängerkupplung. Mit einem Kupplungsadapter können Kupplungsträger auch auf der Deichsel von Wohnwagen montiert werden.

 

Atera Strada E-bike M
Foto: Atera

Universal-Heckträger lassen sich an nahezu jedes Fahrzeugheck anpassen – selbst an Cabrios, Limousinen oder Wohnmobile. Auch für Geländewagen mit Reserverad an der Heckklappe gibt es Adapter.

 

Üebler Primavelo für T6
Foto: Uebler

2. Passt jedes Fahrrad auf jeden Fahrradträger?

E-Bikes sicher zu transportieren kann problematisch werden, da E-Bikes deutlich schwerer und teilweise länger als herkömmliche Fahrräder sind. Dach- oder Heckträger eigenen sich daher nicht für den E-Bike-Transport.

Aber auch die Beförderung von Mountainbikes kann schwierig sein, denn konventionelle Rund- und Ovalrohre aus Aluminium sind kaum noch am Markt zu finden. Stattdessen geraten Rahmendurchmesser und -formen immer ausladender. Mit Standard-Halteklammern lassen sich diese Rahmen meist nicht ausreichend befestigen.

Auch Fahrräder mir Carbon-Rahmen liegen im Trend. Sie benötigen spezielle Haltevorrichtungen, da Carbonfasern extrem druckempfindlich sind. Wer ein Fatbike sein Eigen nennt, hat oft mit zu schmalen Laufradschienen zu kämpfen.

Wichtig: Informiert euch vor dem Kauf, ob euer Fahrrad beziehungsweise E-Bike mit dem Wunsch-Fahrradträger kompatibel ist.

3. Wie viele Fahrräder möchte ich transportieren?

Die meisten Fahrradträger sind in der Grundversion für ein bis zwei Fahrräder ausgelegt. Optional lassen sich einige Modelle auf bis zu vier Fahrräder erweitern. Aus Gewichtsgründen ist selbst bei Kupplungsträgern oft nur ein E-Bike zugelassen. Wer mehr Platz braucht, muss in einen speziellen Anhänger investieren.

 

Prescotttrailers Fahrradanhänger
Foto: Prescotttrailers

4. Wie oft nutze ich den Fahrradträger?

Ein nicht unerheblicher Punkt, denn wer die Fahrräder nur einmal im Jahr mit in den Urlaub nimmt, der ist in der Regel nicht bereit Unsummen in die Anschaffung eines Fahrradträgers zu investieren. Abstriche in puncto Montage und Beladungskomfort werden eher in Kauf genommen.

Auf schnelle und einfache Handhabung sollten dagegen all diejenigen Wert legen, die regelmäßig ihr Fahrrad transportieren. Wer gerne spontan sein Fahrrad einpackt, könnte sogar den nächsten Fahrzeugkauf daran festmachen und sich zum Beispiel einen Opel mit integriertem FlexFix-Fahrradträger (s.u.) zulegen.

5. Was kosten gute Fahrradträger?

Die preiswerteste Transport-Variante sind Innenraum-Fahrradträger. Einige Modelle starten schon bei 50 Euro pro Fahrrad. Weitere Fahrradhalterungen kosten Aufpreis - bis zu drei Fahrräder finden so im Innenraum Platz.

Ähnlich preiswert sind Dachträger, allerdings benötigen diese einen Grundträger. Extrakosten hierfür: ab 50 Euro. Dafür passen bis zu vier Fahrräder auf das Fahrzeugdach.

Heckträger renommierter Hersteller liegen bei rund 300 Euro und sind in der Regel auf 2 Fahrräder ausgelegt. Eventuell kommen noch circa 50 Euro für länderspezifische Anpassungs-Kits hinzu.

Die teuerste Transport-Lösung sind Anhängerkupplungsträger für zwei bis vier Fahrräder. No-Name-Produkte im Netz liegen um 200 Euro. Kupplungsträger namhafter Hersteller belasten das Konto mit mindestens 400 Euro. Die Nachrüstung der dafür erforderlichen Anhängerkupplung kostet beim Fachmann ab 150 Euro aufwärts, den Nachrüstsatz selbst bekommt man ab 200 Euro, je nach Hersteller und Fahrzeug-Fabrikat.

6. Wie sicher sind Fahrradträger?

Die Fahrradträger-Tests von MOUNTAINBIKE und auto, motor und sport haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass das Gros der Fahrradträger die Sicherheitsstandards erfüllt. Schwarze Schafe gibt es aber immer wieder. Gerade bei extrem günstigen Angeboten aus dem Netz sollte man vorsichtig sein. Wenn Ihr unsicher seid, welcher Fahrradträger euren Ansprüchen gerecht wird, hilft ein Besuch beim Fachhändler.

 

MountainBIKE 0713 Heft - Vorschau - Radträger im Crashtest
Foto: Dino Eisele

Wenn die Entscheidung für ein bestimmtes System gefallen ist, sollte der Kauf eines Fahrradträgers kein Problem sein - sollte man meinen. Aber der Fahrradträger-Markt ist nicht nur groß, sondern auch extrem unübersichtlich. Deshalb haben wir uns einen Überblick verschafft und stellen euch in den folgenden Absätzen die einzelnen Fahrradträger-Systeme im Detail vor. Außerem findet ihr bei jedem System alle relevanten Fahrradträger-Modelle in einer Bildergalerie.

Kupplungsträger

In den letzten Jahren haben sich vor allem Kupplungsträger am Markt durchgesetzt. Rund 80 Prozent aller verkauften Transportlösungen für Fahrräder sind laut Angaben des Herstellers Uebler mittlerweile Kupplungsträger. Und das hat viele Gründe. Größter Vorteil ist die meist einfache Installation. In der Regel wird der Fahrradträger einfach auf die Anhängerkupplung aufgesetzt und fixiert - schon ist der Fahrradträger einsatzbereit. Dank der geringen Höhe über dem Boden, lassen sich Kupplungsträger außerdem leicht beladen.

Für schwere E-Bikes bieten einige Hersteller sogar Auffahrrampen an. Mit einigen Kupplungsträger-Modellen lassen sich bis zu vier Fahrräder transportieren. Allerdings sollte die zulässige Stützlast der Anhängerkupplung immer beachtet werden. Diese liegt beispielsweise bei einem VW Golf bei 75 Kilogramm.

Auch der Kraftstoffmehrverbrauch fällt geringer aus als bei anderen Transportlösungen. Darüber hinaus lassen sich die Kupplungsträger einfach und teils sogar platzsparend, weil zusammenklappbar, verstauen.

Kupplungsträger: Mehr Komfort dank Abklapp-Funktion

Mittlerweile gehört eine Abklapp-Funktion, die das Öffnen der Kofferraumklappe ermöglicht, zum Standard. Allerdings ist die Sicht bei montiertem Kupplungsträger nach hinten stark eingeschränkt. Zudem wird das Fahrzeug mit installiertem Träger bis zu einem Meter länger. Das erfordert Achtsamkeit beim Einparken und Rangieren, da auch die Einparkhilfe (Parkpiepser) deaktiviert sind.

Größter Nachteil der Kupplungsträger ist deren Preis. Kupplungsträger namhafter Hersteller liegen bei mindestens 400 Euro. Systembedingt ist eine Anhängerkupplung nötig, die - sofern nicht vorhanden - ab 200 Euro (plus circa 150 Euro für den Einbau) nachgerüstet werden kann. Dafür lassen sich diese Träger mit einem Kupplungsadapter auch auf der Deichsel eines Wohnwagens montieren.

Sollen mehrere Fahrräder transportiert werden, kann bei Kupplungsträgrn der teils geringe Abstand zwischen den Fahrrädern problematisch sein. Auch sind die meisten Rahmenklammern nicht geeignet um empfindliche Carbonrahmen sicher und vor allem schadenfrei zu fixieren. Thule biete hierfür beispielsweise spezielle Rahmenhalterungen an. Um die Räder vor Diebstahl, zum Beispiel auf Rastplätzen, zu schützen, sollten sowohl Träger als auch Fahrräder abschließbar sein.

Bosal und Opel bieten Alternativen zum Kupplungsträger

Als Alternative für Kleinstwagen (z.B. Smart Fortwo), bei denen sich eine Anhängerkupplung meist nicht lohnt, oder Hybridfahrzeuge (z.B. Toyota Prius), an welchen bauartbedingt keine Anhängerkupplung montiert werden kann, hat die Firma Bosal den Swing CK Eco im Programm.

Als einziger Fahrzeughersteller bietet Opel mit dem FlexFix-Fahrradträger eine integrierte Transportlösung als Alternative zum Kupplungsträger. Der FlexFix-Fahrradträger ist in Opel-Modelle vom Kleinwagen Adam bis zum Van Zafira Tourer integriert. Vorteil dieser Konstruktion: Der Träger ist immer verfügbar, schnell einsatzbereit und verschwindet unsichtbar in der Stoßstange, wenn er nicht gebraucht wird.

Dachträger

Eine der beliebtesten Varianten Fahrräder zu transportieren, ist sie auf dem Autodach zu befestigen. Neben der schnellen Installation spricht vor allem der vergleichsweise günstige Anschaffungspreis für das Dachträgerkonzept. Für deutlich unter 100 Euro sind die meisten Dachträger zu haben.

Allerdings kostet der Grundträger noch einmal extra. Doch nicht alle Fahrzeuge verfügen über eine Dachreling oder entsprechende Aufnahmen für den Grundträger - oder sie sind schlicht weg zu hoch für einen Dachtransport.

Dachträgersysteme sind abhängig von Dachlast und Fahrzeugbreite auf bis zu vier Fahrräder erweiterbar. Leichte Rennräder können meist schnell montiert werden, mit schwereren Mountainbikes ist das schon eher ein Problem.

Da die meisten Dachträgerschienen nur für maximal 15 Kilogramm ausgelegt sind, ist der Transport von E-Bikes ohnehin nur eingeschränkt möglich. Einige Hersteller haben spezielle Dachträger im Programm, bei denen Gabel und Hinterrad als Befestigungspunkt dienen, sie eignen sich vor allem für Fahrräder mit empfindlichen Carbonrahmen.

Fahrradtransport auf dem Dach: Vor- und Nachteile

Da sich die Fahrräder auf dem Fahrzeugdach befinden, gibt es keinerlei Sichtbehinderung, und auch der Kofferraum ist mit Ausnahme von einigen Fließheckmodellen und SUV-Coupés uneingeschränkt zugänglich.

Jedoch ist beim Durchfahren von Brücken, Tunneln, Alleen und vor allem Parkhäusern sowie Drive-In-Schaltern Vorsicht geboten. Darüber hinaus ist der Kraftstoffmehrverbrauch im Vergleich zu anderen Transportvarianten am höchsten, da die Räder dem Fahrtwind voll ausgesetzt sind.

Radträger für die Heckklappe

Eine weitere Transportlösung bieten Universal-Heckträger, die auf der Kofferraumklappe montiert werden. Für das System sprechen vor allem die vergleichsweise günstigen Anschaffungskosten und dass sie an fast allen Fahrzeugen montiert werden können.

Allerdings ist die Montage vergleichsweise aufwändig. Da Heckträger meist individuell an das Fahrzeugheck angepasst werden müssen, sind Werkzeug oder fahrzeugspezifische Kits notwendig. Beliebt sind die Träger vor allem bei Kleinbus- und Kastenwagen-Besitzern, da diese dort oft dauerhaft montiert bleiben. Der Mehrverbrauch fällt in dieser Fahrzeugklasse geringer aus als bei Limousinen oder Kompaktwagen, da Rahmen und Laufräder dem Fahrtwind weniger stark ausgesetzt sind.

Fahrradtransport am Fahrzeugheck ist aufwändig

Ein weiteres Problem: Durch Leichtbau und die Reduzierung von Spaltmaßen bei neuen Automodellen wird die sichere Fixierung von Fahrrad-Trägern am Fahrzeugheck immer schwieriger. Zudem ist das Beladen oft beschwerlich und es kann leicht zu Lackschäden kommen. Der Zugang zum Kofferraum sowie Sicht nach hinten sind stark eingeschränkt.

Heckträger für Wohnmobile

Auch bei Wohnmobilen sind Heckträger eine beliebte Transportlösung. Daneben bieten verschiedene Hersteller wie beispielsweise AL-KO Fahrradträger an, die nicht an der Bordwand eingehängt, sondern mit dem Leiterrahmen des Reisemobils verschraubt werden. Dadurch bieten sie ähnliche Vorteile wie Kupplungsträger. Zudem verfügen sie über eine sehr hohe Nutzlast – wichtig für den E-Bike-Transport. Größter Nachteil: Sie sind sehr teuer und passen nicht universell an jedes Wohnmobil-Chassis.

In der Markütbersicht findet ihr neben Wohnmobilträgern auch Transportlösungen für Caravans und Anhänger.

Innenraum- und Kofferraumträger

Innenraumträger sind die Alternative zu Außenträgern. Leichte Montage und ein günstiger Anschaffungspreis sprechen für das System. Allerdings passen die Träger nur in Fahrzeuge mit entsprechend großem Innenraum - also Kombis, Vans oder SUV. Dafür können Kofferraumträger auch in Heckgaragen von Reisemobilen montiert werden. Der Beladungskomfort ist abhängig von der Fahrzeuggröße – hier kann es gerade bei kleinen Kombis Probleme mit der Beladungshöhe geben. Systembedingt ist Stauraum für Gepäck stark eingeschränkt. Mehr als zwei Personen passen bei montiertem Trägr meist nicht mehr ins Auto, da in der Regel die Rückbank umgeklappt werden muss. Durch die Befestigung an der Gabel eignet sich das System auch für Fahrräder mit Carbon-Rahmen. Zudem sind die Räder im verschlossenen Innenraum vermeintlich besser gesichert als auf einem Außenträger.

Fotostrecke: Marktübersicht: Innenraum-Fahrradträger

11 Bilder
RadFazz Innenraumträgerschiene Foto: RadFazz
Rhino-Rack für aussziehbare Pickup-Ladefläche Foto: Rhino-Rack
Rhino-Rack Universalträgerplatte Foto: Rhino-Rack
11.11.2016
Autor: Clemens Hirschfeld
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