ExtraEnergy mit Claim

Die Kundenwünsche im E-Bike-Test

So testet ExtraEnergy für ElektroBIKE

Der ExtraEnergy Pedelec-Test ist als Vergleichstest angelegt. Die Güte und Bewertung eines Rades bestimmt sich damit im Verhältnis zu den aktuell getesteten E-Bikes. Statt absoluter Werte, soll so das bestehende Angebot verglichen werden. Ziel ist es, nicht ein allgemein gültiges Urteil abzugeben, sondern Kunden zu helfen, anhand von Produktgruppen das Pedelec zu finden, das für ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist. Die Einordnung der Probanden in Kategorien geschieht nicht willkürlich, sondern folgt definierten Kriterien und Mindestanforderungen. Dazu ein Schuss Vision und fertig ist das Testergebnis.

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Alle Pedelecs und E-Bikes durchlaufen das gleiche Testverfahren. Jedes Rad wird mit Messtechnik ausgestattet und von allen FahrerInnen mindestens einmal auf der gesamten Teststrecke gefahren. Im Ergonomietest findet eine Bewertung durch die interessierte Öffentlichkeit statt. 20 Tester probierten diesmal, jeweils jedes Pedelec im Test über Treppen zu bugsieren, Akkus zu wechseln und mehr, bis am Ende die subjektive Einordnung in die ExtraEnergy Produktgruppen steht.

Die meisten Produktgruppen scheinen auf den ersten Blick bekannt und an »klassische« Kategorien für Fahrräder wie City oder Tourenrad angelehnt. Allerdings setzen sich die Kategorien im ExtraEnergy Test durch strikte Kriterien zusammen. Mindestanforderungen an Messwerte wie Reichweite oder Geschwindigkeit gehören genauso dazu, wie Ausschlusskriterien, die vom geschlossenen Kettenkasten bis zur Zuladung gehen. Diese Kriterien wurden durch die jahrelange Erfahrung von ExtraEnergy gebildet und mit ein bisschen Vision gewürzt. Bei den Überlegungen geht es darum, wo und wer mit welchem Pedelec fahren will und was es dazu braucht.

Familien-Pedelecs müssen zum Beispiel eine Mindestzuladung von 110 kg haben, einen Kindersitz tragen können und eine Spitzenlastunterstützung, dem U-Faktor Berg gleichgesetzt, von mindestens 1 erreichen. Dahinter steht das Wissen, dass eine Familie ein Pedelec braucht, auf dem man Kinder und Einkäufe mitnehmen kann, leicht losfahren kann ohne umzukippen und zuverlässig weiterkommt.

Kundenwunscherfüllung: Der K-Faktor der getesteten Pedelecs

Zusätzlich zu den Mindestanforderungen und Ausschlusskriterien sind allen Produktgruppen Kundenwünsche zugeordnet. Die Wünsche eines Kunden an ein Pedelec sind grundsätzlich immer dieselben, aber nicht für jeden gleich wichtig. So ist den Wünschen eine Gewichtung angehängt.

Um die Wünsche beziehungsweise deren Erfüllung messbar zu machen, sind jedem Wunsch ein oder mehrere Messwerte zugeordnet, die seine Erfüllung repräsentieren. Bei der Reichweite ist der Zusammenhang zur gemessenen Reichweite klar. Die Spitzenlastunterstützung ist dagegen im U-Faktor am Berg ausgedrückt. In der Bewertung ist die Reichweite für ein Tour Pedelec entscheidender als bei einem Easy Pedelec und entsprechend höher bewertet.

In die Überlegungen zur Gewichtung werden auch die Anwender und Anwendung mit einbezogen, die manchmal ein bisschen um die Ecke denken. Für ein Tour Pedelec ist so nicht die Reichweite, sondern die einfache Benutzung noch entscheidender. Der Gedankengang dahinter ist, dass man auf Tour sowieso Gepäck hat. Die Mitnahme eines Zweitakkus ist so einfach möglich.

Zudem reichen die meisten Akkus für die übliche Etappenlänge. Diese wird über die angesetzte Mindestreichweite von 40 km berücksichtigt. Einfache Bedienung ist aber essentiell für eines der Hauptanwendungsgebiete eines Tour Pedelecs, dem Tourismus. Unerfahrene Benutzer brauchen ein Leihrad, das sie leicht handhaben können und bei dem man notfalls eine Panne selbst beheben kann.

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Vier E-Bike-Kategorien: Urban, Komfort, Freizeit, Transport

Um die Gewichtung der 14 Wünsche untereinander im Griff zu behalten, wendet ExtraEnergy die Methode des Paarvergleichs an. Dabei wird jeder Kundenwunsch mit jedem verglichen, für jede Kategorie. Man fragt zum Beispiel, ob die Reichweite für ein Tourenrad entscheidender ist als hohe Unterstützung und bewertet das Verhältnis mit 2 (wichtiger), 1 (gleich) oder 0 (unwichtiger). Für jeden Wunsch durchexerziert ergeben sich Punkte, die summiert schließlich die Gewichtung und damit das Profil der Produktgruppe ergeben.

Insgesamt gibt es 12 Produktgruppen, die den vier Überkategorien Urban, Komfort, Freizeit und Transport zugeordnet sind. Für Kunden bedeutet die Einteilung bessere Orientierung. Ist man sich über seine Prioritäten im Klaren, kann man so leicht sehen, welche Fahrzeuge den eigenen Anforderungen am besten entsprechen.

Zum Testurteil führt schließlich die Eintragung aller Werte in eine Tabelle, die die Räder automatisch den Gruppen zuordnet. Die gewichteten Wünsche mit den gemessenen Werten ergeben Punkte für jedes Rad. Diese werden von 1–10 normiert. Diese Normierung stellt gleichzeitig eine Platzierung dar, ausgedrückt im K-Faktor (für Kundenwunscherfüllung).

Das beste Rad jeder Gruppe ist der Testsieger und bekommt den besten K-Faktor 10. Alle anderen Pedelecs der Kategorie müssen sich an diesem messen und bekommen gegebenenfalls das Siegel, das ihrem K-Faktor entspricht.

Diese Kundenwünsche dienen als Grundlage der E-Bike-Kategorien

Kundenwünsche Im Test ermittelte Werte
Hohe Unterstützung Unterstützungsfaktor Tour
Unterstützungsfaktor Stadt
Hohe Spitzenlastunterstützung Unterstützungsfaktor Berg
Hohe Reichweite Reichweite Tour
Hohe Bergsteigfähigkeit Reichweite Berg
Schnelles Fortbewegen Geschwindigkeit Tour
Geschwindigkeit Stadt
Leichte Laufeigenschaften Fahreigenschaften ohne Motor
Verlustleistung
Leicht transportierbar Rad über Treppe Tragen / Griffmöglichkeit am Rahmen
Über Ladekante schieben / Hochheben des Fahrrads
Fahrrad an Heckträger montieren
Hohe Fahrradähnlichkeit Fahrradgewicht
Standfestigkeit beim Abstellen
Qualität der Radkomponenten
Wenig Geräusche Laufgeräusche des Motors
Einfache Benutzung Fahreigenschaften mit Motor
Akku entnehmen
Ergonomisch anpassen
Bedienungskomfort
Akku wieder einsetzen
Ladegerät finden
Fahrmodus einstellen
Geringe Anschaffungskosten Preis des Gesamtrades
Hohe Anmutung Design / Optik
19.03.2013
Autor: Andreas Törpsch
© ElektroBIKE online